"Barrierefrei" lautet ein Schlagwort für bestimmte Maßnahmen in der Innenstadt. Gemeint ist damit das Vorhaben, an gewissen Stellen das grobe Kopfsteinpflaster gegen fein geschnittene Steine auszutauschen. Das soll es sowohl behinderten Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen als auch Müttern mit Kinderwagen erleichtern, die mit historischem Belag gestalteten Plätze zu begehen. In der kommenden Woche folgt ein weiterer Bauabschnitt.

Diesmal geht es um einen zentralen Bereich der Innenstadt, den Marktplatz. Am kommenden Montag wird laut Pressemitteilung der Stadt damit begonnen, das Granit-Großpflaster auf einer Breite von etwa 1,60 Meter quer über den Marktplatz auszutauschen. Diese Furt erstreckt sich von der Eisdiele Cortina bis hinüber zu Schreibwaren Ellwanger. Statt der groben Steine soll dort eine Furt mit glatt gesägtem Pflaster geschaffen werden.
Damit orientiert sich die Stadt an der vor etwa einem Jahr vollzogenen Maßnahme am Eingang zum Schlosshof. Vom Torbogen am Schloss-Innenhof bis zum Marktplatz wurden damals bereits die vorhandenen rauen Pflastersteine entfernt und durch gesägtes, glattes Pflaster ersetzt.


Erste Erfahrungen

Kaum hatte man diesen Bereich eröffnet, schon gab es lobende Worte von Passanten. Die erste Bürgerin, die das neue Pflaster ausprobieren durfte, war eine echte Herzogenauracherin - Margarete Hesse. Die damals 91-Jährige erkannte mit ihrem Rollator schnell, dass der neue Belag einfacher zu fahren war.

Auch der Vorsitzende des Seniorenbeirates begrüßte dieses Pflasterwechselspiel als einen erste Schritt für mehr Barrierefreiheit. Michael Baltz erwähnte auch, dass es in diversen anderen Städten schon gewisse "Rollator-Autobahnen" gebe.

Für Bürgermeister German Hacker (SPD) ist diese nun anstehende Fortsetzung der Maßnahme "eine spürbare Verbesserung". Bürger oder Gäste mit Rollatoren, Rollstühlen, Kinderwagen oder Rollern mit kleinen Rädern werden seinen Aussagen zufolge ab Mitte April das leichter begehbare, gesägte Pflaster von der Hauptstraße über den Marktplatz zum Schlosshof, Rathaus und weiter zum Hubmann-Parkplatz nutzen können.

Die Arbeiten sollen, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, in zwei Abschnitten durchgeführt werden. Damit wolle man den Fahrzeugverkehr zwischen der Hauptstraße und dem Steinweg zumindest auf einer Fahrspur aufrechterhalten.

Der erste Bauabschnitt soll nördlich der Eisdiele beginnen und bis in die Fahrspur an der Ostseite des Marktplatzes reichen. Der Aus- und Einbau des Pflasters einschließlich Verfugung soll etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Für den wesentlich kürzeren zweiten Bauabschnitt, also die verbleibende Restfläche der Fahrspur bis vor das Geschäft Ellwanger, werden drei Arbeitstage veranschlagt.

Im Anschluss an das Verfugen der neu gepflasterten Flächen dürfen diese etwa vier Wochen nicht durch Autos belastet werden, heißt es weiter. Die Teilbereiche, die zwingend befahren werden müssen, sollen in diesem Zeitraum dann durch Stahlplatten abgedeckt und gesichert werden. In der Woche nach Ostern können die Sperrungen und Sicherungseinrichtungen laut Hacker abgebaut werden.


Zeitliches Risiko

Der Bürgermeister weist aber auch darauf hin, dass diese Zeitplanung stark witterungsabhängig sei. Ein plötzlicher Wintereinbruch mit Kälte und Schnee könnte die Abläufe verzögern. Dieses Risiko müsse jedoch in Kauf genommen werden, da der Marktplatz für die verschiedenen Freiflächennutzungen und Veranstaltungen im Frühjahr möglichst uneingeschränkt zur Verfügung stehen soll.