Die Kirchweihburschen freuen sich auf den Samstag. Denn dann werden sie nachmittags durch die Straßen der Stadt ziehen, um im Weihersbach wieder einen Baum aufzustellen. Die Freude darüber ist heuer deshalb besonders groß, weil es gar nicht sicher war, ob in diesem Jahr tatsächliche in Baum aufgestellt werden kann.

Sicherheitsfragen beherrschaten das Denken im Rathaus, der Bürgermeister wollte die Verantwortung nicht mehr übernehmen. So hieß es in einem ersten Schreiben an die Kirchweihburschen, worauf man sich mehrfach zusammensetzte und bereit war, bestimmte Vorgaben der Stadt zu erfüllen. Damit die "schöne Tradition" nicht gefährdet wurde, wie es auch Sponsor Hans Heller formuliert hatte.

Letztlich hat es funktioniert, es wird einen Baum geben. Die Ortsburschen erfüllen ihre Vorgaben - unter anderem sind das Absperrungen, eine Grenze bei der Baumlänge, die Nennung eines Hauptverantwortlichen, Verzicht auf Alkohol bei den Capos und dergleichen - und somit hat auch die Stadt kein Problem, das Treiben zu genehmigen. Ob es nun der 25. Baum ist, seit man die Tradition in den 90er Jahren wiederbelebt hat, oder doch erst nur der 24., das spielt nicht die große Rolle. Hauptsache es gibt ihn, den Kerwasbaum im Weihersbach.
Und der wird diesmal näher am Spielplatz aufgestellt. Die Schausteller sind deshalb mit ihren Wagen in den Hintergrund gerückt. Damit sei er auch vom Kirchweihgelände aus sichtbar, sagte jüngst Bürgermeister German Hacker. Der Spielplatz ist während des Aufstellens aber nicht nutzbar.

Noch eine deutliche Änderung: Der Baum darf kein Riese mehr sein, sondern noch maximal eine Länge von 20 Metern über der Erde haben. Das sagte Fabian Reimer, der Sprecher der Kirchweihburschen, im FT-Gespräch. Begründet werde der "handliche Baum" wohl mit dem engen Platz dort.


Nachwuchs dringend gesucht

Reimer hat auch einen Appell in eigener Sache. "Nachdem der demografische Wandel auch vor den Kerwasburschen nicht halt macht, freuen wir uns über Neuzugänge, die tatkräftig anpacken können und Lust haben, einer Gemeinschaft wie den Kerwasburschen anzugehören." Das schreibt er in einer Pressemitteilung. Interessierte können sich an das Kerwasburschen-Telefon unter 0173/8211550 wenden oder einfach am Samstag um 13 Uhr am Baubetriebshof in der Einsteinstraße erscheinen. Dort startet der Zug durch die Stadt.

Der Baum wird wie immer im Birkenbühl eingeholt werden, berichtet Reimer weiter. Unter Begleitung des Heller Sponsormobils, der Aurach Buam mit dem "Tuba Peter" und dem Trompeter "Ingo", sowie den Bulldogfreunden Herzogenaurach mit ihren historischen Traktoren, setzt sich der Festzug um 14 Uhr am Bauhof in Bewegung.

Nachdem zwar nicht mehr die Hans-Sachs-Straße, dafür aber die Schütt gesperrt ist, sieht die diesjährige Route folgenden Plan vor: Übner die Einstein-, Röntgen-, Ring-, Hans-Sachs-, Flughafen-, Haupt-, Ansbacher-, Beethovenstraße zur Wiese beim Festplatz. Vor der Brauerei Heller wird es wohl wie immer eine kurze Pause mit musikalischer Untermahlung geben. Gegen 16 Uhr wird der Kerwasbaum im Weihersbach in die Senkrechte gebracht.