"Das ist der Grund unseres Feierns: Dank zu sagen für einen Priester, der sich mit euch freut und mit euch trauert. Der sich nicht isoliert, sondern unter die Menschen geht und sie auf ihrem Weg zu Gott begleitet." Mit den Worten seiner Predigt zum 40. Priesterjubiläum von Pater Stefan Pavokovic brachte Dekan Kilian Kemmer auf den Punkt, wie die Gemeinden von Wachenroth, Mühlhausen und Elsendorf ihren Seelsorger, Pater Stefan, wahrnehmen. Wobei ihm eigentlich der Ehrentitel Geistlicher Rat zusteht, der ihm am 15. Dezember von Erzbischof Schick verliehen wurde.
Seit 20 Jahren wirkt "Pater Stefan", wie ihn jeder ruft, im Ebrachgrund -- und alle lieben seine besonders herzliche Art. Der Dankgottesdienst zu seinem Priesterjubiläum, den der Geistliche mit Dekan Kemmer und seinen Mitbrüdern Pfarrer Erhard Schupp und Pater Gabriel Ramos aus Schlüsselfeld feierte, wie auch die nachfolgende Agape wurden ein sehr fröhliches Fest. Überaus beeindruckend war es, als die Schar von 45 Ministranten aus Mühlhausen, Elsendorf und Wachenroth mit den Geistlichen feierlich in die Kirche einzog. Denn die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Ministranten war zeitlebens ein Schwerpunkt des Wirkens von Pater Stefan.

Der Dekan dankt


Dekan Kemmer sprach in seiner Predigt über Priester, die heute häufig ein Problem hätten, sich mit ihrer Kirche und dem Glauben zu identifizieren. Fehle jedoch die Übereinstimmung zwischen dem, was ein Priester rede und tue, gerate alles aus dem Ruder. Als Folge würden viele Priester erkranken oder einen Burn out erleben. Was Identität und Identifikation mit dem Glauben bedeute, drücke das Evangelium vom Weinstock und den Reben aus: "Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen." Das Jubiläum sei daher Anlass, Gott zu danken für die Identifikation des Priesters mit seiner Kirche und für seine Treue. "Pater Stefan ist einer, der gerufen werden kann, der nicht wegläuft, der sich identifiziert mit seiner Gemeinde, mit Ministranten, Kindern und Jugendlichen."
Pater Stefan Pavokovic wurde am 24. Mai 1972 in Zagreb zum Priester geweiht. Seine priesterliche Losung hat er dem Römerbrief des Völkerapostels Paulus entnommen: "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht. Es ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der an Jesus glaubt." Mit 20 Jahren trat er in den Orden der Salesianer Don Boscos ein. Seine Berufung zum Priester und Erzieher verspürte Pater Stefan schon als Jugendlicher. Obwohl unter dem kommunistischen Regime die Ausübung von Religion und Glauben nicht ungefährlich war.
In der Sorge, der Weg könne für ihn beschwerlich und ohne jegliche Chancen sein, hatten seine Eltern zunächst vom Wunsch, Priester zu werden, abgeraten. Als sie merkten, dass er sich nicht abbringen ließ, hätten sie ihn jedoch begeistert unterstützt und gefördert.
"Es war das Wirken des heiligen Geistes", sagt der Jubilar zurückblickend. Bereits in seiner Heimat, später dann im italienischen Perugia und Turin, wie auch in St. Gallen/Schweiz widmete er sich als Erzieher der Jugendarbeit. In Benediktbeuren studierte er Pädagogik und arbeitete dann als Erzieher in München und Bamberg. Dass er vor gut 20 Jahren von Wallenfels nach Wachenroth kam, dankt Pater Stefan dem Bamberger Weihbischof Werner Radspieler.
Im heute freien Kroatien unterhält er gute Kontakte. Mit seiner sehr aktiven und engagierten Pfarrgemeinde hat er bereits mehrfach seine Heimat besucht. Nach Kräften unterstützt er ein Projekt der Franziskus-Schwestern aus Vierzehnheiligen, die in Kroatien ein Kloster samt Pflegeheim und Pastoralzentrum aufgebaut haben.