"Traditionen leben davon, dass die brennende Fackel weitergegeben wird", rief Dekan Kilian Kemmer am Sonntag am Ende des Gottesdienstes zum Antoniusfest den Gläubigen zu. Auf dem Lauberberg sei zu spüren, dass die Fackel weiter brennt.

Seit Generationen pilgern zum Fest des Heiligen Antonius Gläubige in Scharen zur "Kappel" bei Sterpersdorf. Zwar nicht mehr in Fußwallfahrten wie noch vor Jahren, aber für die Freunde und Verehrer des Heiligen ist sein Fest ein fester Termin im Jahreslauf. Immer am Sonntag nach dem 13. Juni, an dem der Heilige in Padua gestorben ist, wird auf dem Lauberberg gefeiert.

In diesem Jahr feierte zum ersten Mal Kilian Kemmer mit den Pilgern. Aus allen Himmelsrichtungen - aus Höchstadt, Forchheim, Adelsdorf, aus Schlüsselfeld und Mühlhausen - waren sie zur Antioniuswallfahrt gekommen. Einer fehlte in diesem Jahr jedoch: Der 86-jährige Domkapitular im Ruhestand, Prälat Hans Wich, der zwanzig Jahre lang der Eucharistiefeier beim Antonifest vorstand, sei gerade dabei, sich von einem Sturz zu erholen, berichtete der Dekan. "In Gedanken ist er aber bei uns", war Kemmer sich sicher.

Aktuelle Themen angesprochen

In seiner Predigt sprach der Dekan auch aktuelle Themen an: Dass das reiche Deutschland, das geburtenschwächste Land auf der Welt sei. Dass Prioritäten falsch gesetzt würden, wenn die Homo-Ehe der Ehe zwischen Mann und Frau völlig gleichgestellt werden solle. Werde für Ehe und Familie nicht mehr getan als den Versorgungsnotstand aufzuarbeiten, sei es schlecht bestellt um das Land.

Christen hätten den Auftrag, ihren Beitrag in der öffentlichen Diskussion, in Gesellschaft und Kirche, einzubringen. Eine große Sorge des Dekans ist der Mangel an Priestern und Ordensleuten. Aus Höchstadt sei seit 50 Jahren kein Priester mehr hervorgegangen, gab er zu bedenken. Das "Samenkorn des Glaubens" werde bei der Taufe gelegt. Zwischen Taufe und Tod sei die Zeit der Hoffnung, in der das Samenkorn reife.

Es habe auch den heiligen Antonius beflügelt, in den Franziskanerorden einzutreten. Er sei ein großer Gelehrter der Theologie geworden. Priester seien Wegweiser zum Himmel. Den Freunden und Verehrern des heiligen Antonius legte Kemmer ans Herz, in die Kapelle zu gehen und dem Heiligen die Bitte um Priester- und Ordensnachwuchs vorzutragen. Kein Gebet sei umsonst.

Ohne Arme auf Dachboden gelegen

Im Gottesdienst segnete der Geistliche das große Holzkreuz. Nach einer Beschädigung im vergangenen Jahr war es restauriert und wieder aufgestellt worden. Im Jahr 1992 hatten es die Sterpersdorfer auf dem Lauberberg errichtet. Zuvor hatte der Corpus aus Holz lange Zeit ohne Arme auf einem Dachboden gelegen.

Die Eucharistiefeier endete mit dem Wettersegen und einem festlichen "Te Deum". Die Wachenrother Kleine Dorfmusik unter Leitung von Richard Hofmann begleitete den Volksgesang. Der Sterpersdorfer Pfarrgemeinderatsvorsitzende Michael Zenkel dankte besonders allen, die zur Gestaltung des Festes einen Beitrag geleistet hatten. Um das Gotteshaus auf dem Lauberberg erhalten zu können, brauche es Besucher, die den Heiligen in der Kapelle verehren.