Schraffierte Flächen auf einer Straße dürfen eigentlich nicht überfahren werden. Wer es dennoch tut und erwischt wird, muss für diese Ordnungswidrigkeit 30 Euro berappen. Manche solcher Sperrflächen scheinen aber nur als Verzierung des grauen Asphaltbelags zu dienen, wie die an der Einmündung der Albrecht-Dürer-Straße in den Kieferndorfer Weg in Höchstadt.

Obwohl frisch und unübersehbar aufgebracht, werden die dortigen Sperrflächen von fast allen Autofahrern ignoriert. Wer aus der Innenstadt über den Kieferndorfer Weg kommt und nach links in die Albrecht-Dürer-Straße einbiegt, schneidet in der Regel die Kurve. Manche weniger, andere mehr. Kaum jemand hält sich an die vorgegebene Fahrbahnführung.

Dies führt in dem Einmündungsbereich, in den auch noch die Rückertstraße mündet, immer wieder zu gefährlichen Situationen. Wer sich aus der Albrecht-Dürer-Straße nähert, muss aufpassen, dass er nicht von einem die Kurve schneidenden Fahrzeug gerammt wird.

Anwohner Heinrich Grohganz schlägt Alarm. Seinem subjektiven Empfinden nach wird an der Stelle viel zu schnell gefahren, ja gar gerast. Vor allem, wenn bei einem größeren Betrieb in Höchstadt-Süd Schichtwechsel ansteht, brettern die Autos an seinem Haus vorbei und über den Einmündungsbereich, stellt er täglich fest.
Sein Grundstück liegt unmittelbar am Eck und hat in den vergangenen Jahren einiges abbekommen. "Sieben oder acht sind schon reingefahren", blickt der Rentner zurück. Dabei gingen immer wieder Gartenmauer und Zaun zu Bruch.

"Wie soll es weiter gehen", fragt sich Heinrich Grohganz. Er befürchtet, dass der Verkehr in dem Bereich deutlich zunimmt, wenn erst die neue Aischbrücke und das Einkaufszentrum gebaut werden. Der Rentner sorgt sich auch um die vielen Schüler und Kindergartenkinder, die hier mit ihren Eltern die Straßen überqueren.

Der Höchstadter Arbeitskreis Verkehr hat sich mit diesem Thema auch schon befasst und erreicht, dass der Verkehrsausschuss des Stadtrates in seiner nächsten Sitzung am 14. März die Situation vor Ort unter die Lupe nimmt.

"Für die Polizei ist diese Ecke kein Unfallschwerpunkt", sagt Günther Thaler, Mitarbeiter Verkehr in der Höchstadter Dienststelle. Eigentlich bräuchte man nichts zu machen. Wenn, dann wäre nur eine "bauliche Änderung" sinnvoll.

In einen "kleinen Kreisverkehr" könnten alle Straßen eingebunden werden, schlägt der Arbeitskreis Verkehr vor. Die Verwaltung lässt diesen Vorschlag jetzt im Ausschuss diskutieren.