Wenn Behörden arbeiten, dann klingen auch spannende Angelegenheiten bisweilen eher langweilig und unspektakulär. Und wenn das Wasserwirtschaftsamt ein "Umsetzungskonzept hydromorphologische Maßnahmen" für den "Flusswasserkörper Mittlere Aurach bis Mündung in die Regnitz" erstellt, dann klingt das so staubtrocken, dass sich wohl kaum ein Normalbürger zum Nachdenken erfrischt sähe. Dabei ist das Konzept alles andere als überflüssig.

Denn dieses Erfrischungspaket beinhaltet eine Reihe von "ökologisch orientierten" Maßnahmen, die die Aurach wieder naturnaher machen, den Fischen einen besseren Lebensraum geben und vorhandene Belastungen beseitigen wollen. Mit anderen Worten: Die Behörde strebt eine Renaturierung an, wie es die Stadt Herzogenaurach selbst auch schon tut. Und zwar für "ihre" Gewässer, also die Bäche. Für den Fluss Aurach ist der Freistaat zuständig.

Der Fluss wurde auf einer Länge von 25 Kilometern untersucht, von Falkendorf bis zur Regnitz. 44 einzelne Maßnahmen wurden für eine Aufwertung empfohlen. Da geht es beispielsweise um die naturnahe Wiederherstellung der Primäraue an mehreren Stellen. Davon betroffen sind Flächen zwischen der Eichelmühle und der Heinrichsmühle. Auch sollen sich Ufergehölze entwickeln. Das betrifft auch den weiteren Abschnitt auf Höhe von Hauptendorf.

Vereinzelt sind auch Maßnahmen an Wehren verzeichnet. Diese sollen passierbar werden für die Fische. Deshalb bekommt bei den vorgeschlagen Maßnahmen die Durchgängigkeit eine hohe Priorität. Viele Querbauwerke seien das nämlich nicht. So könnte ein Unterfangen, das noch der frühere Umweltbeauftragte im Rathaus, Alfons Stadler, angestoßen hatte, jetzt realisiert werden. Er forderte Fischtreppen.

Bürgermeister German Hacker (SPD) hält die vielen aufgelisteten Maßnahmen für "sehr gut", das Konzept habe "Hand und Fuß". Am Donnerstagabend wird sich der Stadtrat damit befassen. Er soll seine Zustimmung aus Sicht der Stadt geben.

Eine Reihe von Maßnahmen hat auch die CSU erkannt und zur gleichen Sitzung einen Antrag eingereicht. Vielfach seien Mäander zugewachsen und verwildert, wird kritisiert. Erst vor Jahren habe man diese, beispielsweise an der Kreuzung der Rathgeberstraße mit der Hans-Maier Straße, teuer hergestellt, kritisiert die Fraktion. Dort aber fließe kein Wasser mehr hindurch, schreibt Bernhard Schwab.

Auch an der Steinernen Brücke sei an der Aurach vieles zugewachsen. Der Brückenbogen auf der Seite zum Weihersbach sei komplett zugewachsen und wahrhaft kein schöner Anblick. Das gleiche treffe auf den O-Falls zu und dessen Schmutzfangbalke. Dieses "Ärgernis für die Bürger" gab den Ausschlag dafür, dass die Partei tätig geworden ist (der FT berichtete).

Dass nun das Wasserwirtschaftsamt als zuständige Behörde auf dem gesamten Verlauf der Aurach innerhalb des Stadtgebietes von Herzogenaurach und darüber hinaus bereits tätig geworden ist, sei davon unabhängig. Diese Untersuchung vom Mai sei erst im September der Stadtverwaltung vorgelegt worden, sagte Bürgermeister Hacker.

In dem Konzept seien viele Punkte des CSU-Antrags jedenfalls bereits erfasst.