Die Silhouette Höchstadts durch ein Fischauge betrachtet - so hat Oleg Gudkow verbale Impressionen aus dem Aischgrund in ein Bildmotiv umgesetzt. Gudkow ist Design-Student bei Wladimir Pronin an der Universität Moskau. Sein Lehrer wiederum ist seit den Anfängen der Städtepartnerschaft und des Schüleraustausches mit diesem verbunden.

Oft schon besuchte er die hiesige Region, immer gastfreundlich beherbergt von Eva und Andreas Stark. Seine so gesammelten Eindrücke von Landschaft und Menschen übermittelte Pronin seinen Schülern und diese schufen in ihren Malstilen Bilder ganz abgestimmt auf die Persönlichkeit des Empfängers. "Jede Ankunft in Höchstadt ist für mich eine besondere Freude, bedeutet neue Eindrücke und ein Treffen mit alten Freunden. So ist es Brauch bei uns, Geschenke mitzubringen. Ich weiß, dass man von dem Künstler auf ein Geschenk wartet - auf seine Werke. Wie jeder Künstler bin ich sehr froh, dass es schon jetzt in Höchstadt eine solide Sammlung von meinen Werken gibt", schrieb Pronin in einem Begleitbrief.

Bedacht haben Pronin und seine Schüler Sibylle Menzel, die unermüdliche Dolmetscherin und Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. Weiter dankten sie den Initiator des Schüleraustauschs Klaus Strienz und Schulleiter Bernd Lohneis vom Höchstadter Gymnasium.

Selbstverständlich ist auch Eva Stark, die Gastgeberin Pronins, unter den Bedachten.

"Das Ehepaar Irina und Wladimir Pronin wohnte von Anfang an bei uns; wir sind Freunde geworden", berichtete Eva Stark.

Für Hedi und Adolf Wedel, bekennende Fans von Pronins Malstil und unermüdliche Förderer der Partnerschaft malten die jungen Künstler zwei Motive mit Kamillen und herbstlichem Laub. Ein Bild geht als Dankesgabe an die Sparkasse, für die Organisation und die Räume für die Kunstausstellungen.

Ein Erzengelmotiv hat Pronin für Dekan Kilian Kemmer mitgeschickt. Der fühlt sich als "Seelenverwandter des Russen". Zu einem tiefen Gedankenaustausch kam es schon in den Anfangsjahren, als Kemmer Höchstadter Schüler nach Krasnogorsk begleitete und ihm seine Russische Kollegin Irina Pronin ihren Ehemann vorstellte. Kemmer identifiziert sich mit Pronins "transzendenter Kunstauffassung". Das wiederum war für das Ehepaar Wedel Anlass, für den Kindergarten St. Michael eine Darstellung des Engels aus Pronins Hand zu stiften.

"Ich bin betroffen von der Begeisterung der russischen Freunde, Geschenke mitzubringen", bekannte Strienz. Ihn hat Pronin im April "in die höchst geheime Aktion" ein gespannt.Bei den Bildern für die Ausstellung zur Russischen Nacht im Juli befanden sich auch die, die Strienz nun den von Pronin bestimmten Empfängern übergab.

Ein besonderer Gast des kleinen Festakts war Anita Kopp, die Cheforganisatorin der Russischen Nacht.

Denn Kopp feierte gerade an diesem Tag Geburtstag. Ihren Vornamen, so verriet sie, verdanke sie auch einer russischen Malerin. Ihr Vater hatte im Zweiten Weltkrieg der Frau das Leben gerettet. Als Dank erhielt Kopps Familie später dann Bilder von ihr.

Anita Kopp darf sich mit Bürgermeister Gerald Brehm das große Karpfenbild mit Stadtansicht gewissermaßen teilen. Voraussichtlich wird es einen Platz in der Fortuna Kulturfabrik erhalten.