Adelsdorf Am Mittwochnachmittag trafen sich die Ehrenamtlichen, um einige Neuigkeiten zu besprechen und natürlich um den in Adelsdorf bereits gut etablierten Fahrdienst für die nächsten vier Wochen einzuteilen.
Die Gemeinde unterstützt natürlich weiterhin Projekte des im Juni des Jahres 2012 in Adelsdorf begründeten Mehrgenerationenhauses "Genial - Generationen in Adelsdorf". Ein Anruf bei der "genialen Nummer" 0151/18848021 genügt und schon kümmert sich Ina Manowsky, die das Diensthandy verwaltet, um ein Auto, das Senioren, Behinderte - junge wie ältere, einfach alle, die nicht mehr so ohne weiteres mobil sind - zu organisieren, das den Anrufer zum Einkaufen, zum Arzt oder zu bestimmten Ämtern fährt. Die Ehrenamtlichen wollen nun ihren Dienst noch ausweiten.

Schon seit Februar 2014 bieten in der Gemeinde Adelsdorf ehrenamtlich Tätige diesen Fahrdienst an, besonders um die Anbindung der Ortsteile an Adelsdorf zu verbessern. Aber auch Fahrten nach Höchstadt und in besonderen Ausnahmefällen auch nach Erlangen können "gebucht" werden. Leider nutzen bislang nur wenige Bürger diesen genialen Service. "Bei vielen ist immer noch die Hemmschwelle zu groß. Sie haben Scheu und Angst, dass negativ über sie geredet wird", so Ulla Worrich, ehemalige Koordinatorin im Mehrgenerationenhaus "Genial".


Gut für das Selbstwertgefühl

Aber wer die Scheu überwunden hat, erkennt die Vorteile: Man ist nicht immer auf seine Angehörigen angewiesen, wenn man wichtige Termine und Einkäufe erledigen muss. Der Nutzer ist nun in der Lage, ohne einen Angehörigen zu belästigen, Erledigungen zu tätigen, was seinem Selbstwertgefühl zugutekommt und ihn unabhängiger macht. Aber auch die Kontakte mit Freunden und Bekannten kann er auf diese Weise weiter pflegen. Die Senioren sollen sich auch im Alter in ihrem Wohnort wohl fühlen.

Die Gemeinde stellt ein Gemeindeauto zur Verfügung, aber viele der etwa zehn Ehrenamtlichen benutzen lieber ihr eigenes Fahrzeug. Gerlinde Wahl erklärt: "Eh' ich von Neuhaus nach Adelsdorf fahre, das Auto hole und dann nach Neuhaus zurück, um meinen Gast zu transportieren und dann wieder das gleiche Spiel zurück, nehme ich lieber mein eigenes Auto."

Das Gemeindefahrzeug ist selbstverständlich versichert und die Benzinkosten übernimmt hier auch die Gemeinde. Die Ehrenamtlichen, die mit dem eigenen Pkw fahren, bekommen ihre Kosten für Benzin durch einen Auslagenersatz auf Spendenbasis zurück. Die Fahrer verschenken gerne ihre Zeit, sie sind ehrenamtlich tätig. "Dies soll aber keinesfalls eine Konkurrenz zu den Taxiunternehmen sein", betont Zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler (SPD).

Ulla Worrich erinnert an den Wunsch der Ehrenamtlichen, den Fahrdienst weiter auszuweiten und für Hilfesuchende kleine Notfallsachen zu übernehmen (Lampe auswechseln, Bild aufhängen ...), quasi eine Hilfe für kurze Zeit anzubieten. Dies stieß auf positive Resonanz.


Ein besonderer Fall

Rosi Schmitt von der Fachstelle für pflegende Angehörige des ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) war als Gast zugegen. Sie ist beeindruckt vom Adelsdorfer Helferkreis "Geniale Hilfe Adelsdorf". Sie berichtete von einem Schlaganfallpatienten, der gerne den Fahrdienst in Anspruch nehmen würde. Aber durch seine große Behinderung kommt er nicht mehr aus seiner Wohnung im ersten Stock. Wenn er eine Treppensteighilfe genehmigt bekäme, würden ihn die ehrenamtlichen Fahrer gerne abholen und ihm wenigstens ein bisschen Selbständigkeit schenken. Auf diese Weise wäre dem armen Mann die so wichtige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben möglich.

Der ehrenamtliche Helferkreis ruft noch einmal alle Senioren und Behinderten auf, keine Scheu zu haben, ihren Dienst zu beanspruchen. Die Helfer kommen immer gerne und auch Mitstreiter sind stets willkommen.