Robin Keil macht es einfach Spaß, Dinge aus einer Perspektive zu sehen, wie man sie normalerweise nicht sieht. Das gelingt ihm, indem er seine Drohne aufsteigen lässt. Ein kleines, hubschrauberähnliches Flugobjekt mit vier Rotoren, an dem eine hochwertige Kamera hängt. Die Einsatzmöglichkeiten für ein solches 1500-Euro-Teil sind nahezu unbegrenzt.

Der Blick von schräg oben ins fremde Schlafzimmer ist theoretisch ebenso möglich wie das Ausspähen von Badenden am Baggersee oder im Freibad. Für Robin Keil kommen solche Einsätze aber nicht in Frage. Überhaupt achtet der hauptberufliche EDV-Experte bei der Stadt Höchstadt darauf, dass er die geltenden Vorschriften einhält.


Zustimmung notwendig

Die ändern sich zwar ständig, sagt der Drohnen-Flieger, aber über fremde Grundstücke oder auch Personen darf er ohne deren Zustimmung nicht fliegen - und damit auch nicht filmen. In Bodennähe muss er sich auf die Fußgänger-Perspektive beschränken.

Früher durften die Drohnen 500 Meter hoch steigen, heute ist bereits bei 100 Metern Schluss, erklärt Keil. Sein Flugobjekt liefert gestochen scharfe Bilder mit höchster 4-K-Auflösung. "Aus 50 Metern Höhe kann man sogar das adidas-Logo auf dem T-Shirt erkennen", freut sich der EDV-Experte.

Im privaten Bereich kann sich heute jeder ein solches Teil kaufen und einfach losfliegen. Keil: "Er sollte sich aber vorher informieren, was er darf und was nicht." Die Vorschriften sind zudem von Bundesland zu Bundesland verschieden.


Bei der Polizei anmelden

Wer eine Drohne gewerblich nutzen möchte, braucht zunächst mal eine Versicherung - und die macht Vorschriften. Notwendig ist für 200 bis 300 Euro eine Aufstiegserlaubnis, die zwei Jahre gilt. Jeder Flug muss zudem bei der jeweiligen Polizeidienststelle angemeldet werden. Keil vermutet, das demnächst ein Führerschein für das Fliegen von Drohnen kommt.

Sein Fluggerät kann beachtliche 14 Meter in der Sekunde nach oben steigen und 80 Stundenkilometer schnell fliegen. "Da muss man mit Hirn rangehen, weil man den Luftraum betritt", gibt Keil jedem mit auf den Weg, der sich ein solches Teil anschaffen möchte. "In der Großstadt würde ich mir eine solche Drohne nicht kaufen."

Gesteuert werden kann sie inzwischen mit dem eigenen Handy. Vom Liegestuhl im Garten aus muss man die Drohne nicht einmal mehr sehen; man kann den Flug über die Kamera live verfolgen. Dass Keils Drohne mal der Akku ausgeht und das Teil dann abstürzt, sollte eigentlich nicht passieren. Die Elektronik erkennt, wenn der Strom nicht mehr für den Rückflug reicht und steuert sofort wieder den Ausgangspunkt an.

Weil die Einsatzgebiete so vielfältig sind, beschwört der städtische Mitarbeiter den Drohnen eine rosige Zukunft. In den USA testen und liefern Paketdienste bereits aus, sagt Keil. Nach heutigem Stand der Technik können die Pakete bis 50 Kilogramm schwer sein und über 30 bis 40 Kilometer transportiert werden.


Bisher keine Anzeigen

Noch werden in Deutschland Drohnen nicht als lärmende Plage empfunden. "Wir hatten damit noch kein Problem", sagt Höchstadts stellvertretender Polizeichef Thomas Gamm. Und auch dem Polizeipräsidium Mittelfranken sind Anzeigen wegen Drohnen-Belästigung fremd.