Es war eine Zitterpartie bis ganz zum Schluss. Erst mehrere Stunden nach der Schließung der Wahllokale stand fest, dass Alexander Tritthart (CSU) der neue Landrat des Kreises Erlangen-Höchstadt ist. Nachdem klar war, dass der bisherige Weisendorfer Bürgermeister den Freie-Wähler-Kandidaten Martin Oberle mit rund 53 zu 47 Prozent besiegt hatte, ließ er sich von seiner Familie, Freunden, Bekannten, Helfern und Parteikollegen im Oberlindacher Hotel Acantus feiern.
Zunächst einmal musste er die Anspannung abschütteln, die sich in den zwei Wochen vor der Stichwahl täglich gesteigert hatte und am Wahlabend ihren Höhepunkt fand. Lange Zeit hatte Oberle vorne gelegen, erst die Ergebnisse aus Herzogenaurach, Aurachtal und den Seebachgrundgemeinden Weisendorf, Großenseebach und Heßdorf brachten Tritthart den Sieg.
Auf das Weisendorfer Ergebnis war der neue Landrat bei der Wahlparty in Oberlindach besonders stolz. Bei der Wahl am 16. März hatten sich in seiner Heimatgemeinde 71,26 Prozent für Tritthart entschieden, der bei der Stichwahl nochmal zulegen konnte und 74,84 Prozent der Stimmen erhielt. So musste man in Oberlindach schier Angst um Tritthart haben, als er mit seiner Familie in Oberlindach eintraf. Von den vielen Umarmungen wurde er fast erdrückt. Der Altlandrat Franz Krug (CSU) brachte seine Freude auch dadurch zum Ausdruck, dass er auf vier Fingern pfiff und damit für Aufmerksamkeit sorgte.
Deshalb dankte Tritthart, der seinem Mitbewerber einen fairen Wahlkampf bescheinigte, zuerst den Weisendorfer Wählern sowie denen aus dem restlichen Landkreis für das in ihn gesetzte Vertrauen. Ein Dank ging auch an die Unterstützer, Ortsverbände und insbesondere die Junge Union, die unermüdlich im Einsatz war. "Es macht mich stolz, in die Fußstapfen unseres Altlandrates Franz Krug treten zu dürfen", erklärte der neugewählte Landrat.
"Es war enorm wichtig, dass der Landkreis Erlangen-Höchstadt nach einer zwölfjährigen SPD-Führung wieder von einem CSU-Landrat geführt wird", erklärte der Kreisvorsitzende und parlamentarische Staatssekretär Stefan Müller. So sei die Entscheidung richtig gewesen, den Weisendorfer Bürgermeister zu nominieren. Müller dankte Tritthart für den unermüdlichen Einsatz der letzten Wochen, der teils schon an die Substanz ging. "Deine wahlkämpfende Ehefrau Angelika hat auch ein Stück weit Anteil am Erfolg" rief Müller aus, und dafür gab es dann auch einen großen Blumenstrauß.
"Das Wahlergebnis ist auch eine Verpflichtung, und das in mich gesetzte Vertrauen muss gerechtfertigt werden, schließlich geht es um die Menschen in unserem Landkreis", kündigte Tritthart an. So sei es enorm wichtig, den Firmen, dem Mittelstand und den Geschäftsleuten Planungssicherheit zu vermitteln. "Nur so können wir den Landkreis an der Spitze halten", schaute Tritthart schon mal in die Zukunft.

Erst feiern, dann arbeiten

Es müssten von der Landkreisspitze wieder mehr Impulse ausgehen und nicht nur Veranstaltungen geplant werden, forderten Müller und Landtagsabgeordneter Walter Nussel. Mit den Worten "Jetzt wird gefeiert und dann wird gearbeitet" lud Müller dann zu einem gemütlichen Abend ein.
Gefeiert wurde auch im Weisendorfer Ortsteil Buch. Dort fehlten nur noch ein Feuerwerk und eine Blaskapelle. Als Heinrich Süß mit seiner Frau Claudia vom Rathaus zurückkam, erwartete ihn ein großer Teil der Bucher Bevölkerung. Der neue Weisendorfer Bürgermeister freute sich insbesondere über den Wahlsieg von Alexander Tritthart. "Der Markt Weisendorf kann nur von einem Weisendorfer Landrat profitieren", meinte Süß. Dafür, dass einige Weisendorfer Gruppierungen vor der Stichwahl nicht für Tritthart geworben hatten, zeigte er kein Verständnis, aber jetzt sei das Schnee von gestern. Süß versteht sich als ein Bürgermeister für alle Weisendorfer, egal aus welchem Lager sie kommen. "Wir sind alle nur auf Zeit gewählt, und die Bürger erwarten zu Recht, dass wir in ihrem Sinne arbeiten, das gilt für alle Mitglieder des Gemeinderates."