Nach Südamerika begibt sich die Stadt bei den diesjährigen Kulturtagen im Herbst. Das bedeutet natürlich auch: Samba und Brasil. Für den 22. November wird deshalb im Vereinshaus ein Fest organisiert, das die Kultur des riesigen Landes widerspiegelt: Samba, Capoeira, Bossa Nova mit "Tangara Brasil" aus Berlin. Doch auch Herzogenaurach hat eine Gruppe, die sich den brasilianischen Klängen verschrieben hat: die Percussiontruppe "Piranha Social Club" um Alberto Parmigiani. Und der veranstaltet im Kulturherbst eine eigene Party.

"Das bin ich den Fans schuldig", sagt der gebürtige Italiener. Denn schon zum Jubiläum der Piranhas im vergangenen Mai gab es so eine Party, die an zwei Tagen die musikalische Kultur Brasiliens in vielen Facetten beleuchtete. Damals sei die Resonanz trotz des kalten Wetters sehr gut gewesen und viele hätten ihn aufgefordert, das doch bitte jedes Jahr zu machen, erklärte Parmigiani.

Gespräch mit dem Rathaus

Auch sei er schon im letzten Jahr vom Rathaus angefragt worden, ob er sich denn auch an den nächsten Kulturtagen beteiligen wolle. Das aber sei dann letztlich nicht zustande gekommen, die Stadt habe sich anders entschieden. Parmigiani findet das schade: "Da hätte ich auch gern gespielt."

Helmut Biehler vom Kulturamt der Stadt bestätigt das Gespräch mit dem Piranha-Chef. Im Arbeitskreis Kulturtage sei dann aber die Berliner Band vorgeschlagen und angenommen worden. Und die Herzogenauracher an dem gleichen Abend quasi als Vorgruppe auftreten zu lassen, das hätte das Programm wohl eher überfrachtet. Außerdem wären die Ausrichtungen unterschiedlich gewesen, sagt Biehler.

Gleich zwei Abende

Die Brasilienfans sollte diese Absage an die Piranhas aber nicht groß stören, im Gegenteil. Denn so kommen sie in den Genuss, gleich zwei abendfüllende Veranstaltungen erleben zu können oder sich das passende auszusuchen. Auch Bürgermeister German Hacker (SPD) sieht das so: Die Piranhas-Party sei "eine wunderbare Ergänzung zu den Kulturtagen". Ausgrenzen habe man Albertos Truppe keinesfalls wollen.

Die "Herz Brasil Night" am 26. Oktober im Jugendhaus "rabatz" soll das breite kulturelle Spektrum aufzeigen. "Das Land ist 9000 Kilometer lang und hat viele Unterschiede", sagt Parmigiani. Manche Rhythmen haben beispielsweise afrikanische Ursprünge, in Rio de Janeiro hingegen herrsche der echte Carneval. Und: "Wir wollen versuchen, die Kultur von Brasilien zu vermitteln."

Gelingen soll das durch verschiedene Programmpunkte. Angefangen wird mit eher softigen Klängen durch die Piranhas selbst und eine Sängerin, wie zum Beispiel mit dem "Girl from Ipanema". Es folgen eine mitreißende Capoeira-Show, eine Art tänzerischer Kampfsport, und die Zumba-Tänzerinnen. Afrobrasilianische Klänge mit Bumbuie und der Auftritt der "Os Gringos" setzen weitere Höhepunkte, bevor alle Mitwirkenden das große Finale gestalten.

Fotoshooting

Dazu gibt es ein großes Fotoshooting, bei dem sich die Besucher gemeinsam mit Mitwirkenden vor einer brasilianischen Kulisse ablichten lassen können. Und Essen und Trinken werden laut Parmigiani auch aufs Land abgestimmt.

Mit im Boot haben die "Piranhas" Bläser von der Stadtjugendkapelle. Diese treten unter dem Namen "Os Gringos" auf und gestalten nun zum dritten Mal gemeinsam einen Auftritt mit den Trommlern. Auch beim berühmten Sambafestival in Coburg standen die beiden Gruppen zusammen auf der Bühne. Dort zählen die Piranhas inzwischen zum Inventar. 2009 seien sie bei einem Online-Wettbewerb zur "beliebtesten Sambagruppe Europas" gekürt worden, wie Alberto Parmigiani betont. Man sehe sich also durchaus als Botschafter Herzogenaurachs.

Appell an die Nichtjugend

Der Organisator hofft auf großen Zuspruch. Er mag die Atmosphäre im "rabatz" und appelliert an die Bevölkerung, vor allem auch an die Nicht-Jugendlichen, ihre Scheu abzulegen. "Die Leute sollen sich trauen zu kommen", meint der Musiker. Denn das sei kein Abend nur für die Jugend.