Vor fünf Jahren begann Dieter Reis, sich für die Imkerei zu interessieren. Seit vier Jahren hat er eigene Bienenstöcke und ist natürlich auch Mitglied im Höchstadter Imkerverein. Doch kürzlich hatte er eine Begegnung, die ihm zu denken gab: "In absolut rüdem, barschen und unfreundlichem Ton teilte mir ein offensichtlich aufgebrachter Bienengegner mit, meine ,Stechviecher' seien hier unerwünscht und ich solle sie verschwinden lassen."

Für Reis eine völlig unverständliche Forderung, waren doch die Bienenstöcke gemeint, die er mit Einwilligung des Eigentümers an einem Rapsfeld aufgestellt hatte, "rund 200 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt".

Der Imker hat auch mehrere Bienenstöcke in seinem Garten mitten im Wohngebiet in der Danziger Straße stehen. Mit den Nachbarn habe er hier aber keine Probleme, versichert er dem FT. Natürlich könne eine Biene auch stechen, aber nur, wenn sie sich bedroht fühlt, sagt Reis.

Niemals werde man eine Biene bei einer Mahlzeit auf der Terrasse auf Käse, Wurst oder sonstigen Speisen finden. Die Biene sei vielmehr das Insekt, ohne dessen Bestäubungsarbeit es kaum mehr, Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Johannisbeeren und andere Früchte geben würde - und natürlich auch keinen Honig mehr.

"Im Prinzip kann ich auf eigenem Grund jederzeit einen Bienenstock aufstellen", sagt Hannes Neumeier, der langjährige Vorsitzende des Höchstadter Imkervereins, zur Rechtslage beim Thema Bienen. Auch Neumeier hat Bienen im eigenen Garten, "und die Nachbarn freuen sich über die Bestäubungsleistung".


20 Meter Abstand

Bienen sollten eine Hecke um ihre Behausung haben, damit sie das eigene Grundstück in Kopfhöhe verlassen müssen. Dann seien sie überhaupt keine Gefahr, erklärt Neumeier. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Menschen rund 20 Meter Abstand zu Bienenstöcken halten. Vor allem dürfe man sich nicht vors Flugloch stellen. Das mögen die Tierchen überhaupt nicht.

Der Raum Höchstadt ist laut Neumeier mit Bienen gut versorgt. Es gebe ausreichend junge Nachwuchsimker. Dieter Reis zählt zu den älteren Nachwuchsimkern, die das Hobby der Bienenzucht für sich entdeckt haben. Aus Angst vor aufgebrachten Bienengegnern sucht er jetzt allerdings ein neues Grundstück für seine Bienenstöcke.