"Hände nach vorne. Daumen nach oben", so geht das Mitmach-Lied der Hexen aus Uehlfeld. Seit Mitte der 1990er Jahre ziehen sie traditionell, wie auch an diesem Donnerstag, an Weiberfasching durch die Straßen. Während es anfangs nur aus Spaß war, entwickelte sich mit der Zeit mehr aus der Aktion. Immer öfter gaben Menschen den Frauen kleine Geldgeschenke. Da sie diese aber nicht persönlich behalten wollten, machten sie es zur Aufgabe, das Geld für einen gemeinnützigen Zweck einzusammeln.
In den vergangen Jahren haben sie bereits einige Projekte unterstützt. Für den Kindergarten konnte man Spielzeug kaufen, für die Kindertagesstätte neues Besteck. Dieses Jahr gehen die Spenden an gleich zwei Institutionen. Sowohl der Förderverein des Kindergartens als auch der Hospizverein Neustadt können sich über einen Geldscheck freuen.
Dafür stehen die elf Frauen auch gerne schon früh auf. Bereits um acht Uhr morgens treffen sie sich, um sich zu verkleiden und gegenseitig zu schminken. Anschließend fahren sie mit einem Bus in die Raiffeisenbank Dachsbach. Hier bekommen sie, neben einem Sektempfang, auch die erste Spende.
Doch auch der Weg in den örtlichen Kindergarten ist für die Hexen mittlerweile zu einem festen Ritual geworden. Gemeinsam mit den Kindern tanzen und singen sie, bevor sie an die Sprösslinge Süßigkeiten verteilen.
Die Hexen tanzen aber nicht etwa nur mit Kindern. Sogar Bürgermeister Werner Stöcker (CSU) musste dieses Jahr mittanzen, bevor er den "lieben Hexen", wie Maria Kirsch, Teilnehmerin der Gruppe, sie beschreibt, den symbolischen Schlüssel für Uehlfeld überlässt. Zwar wandern die Damen quer durch Uehlfeld durch alle Geschäfte, die Straßen sind deswegen aber trotzdem nicht vor ihnen sicher. Auch Auto- und Lkw-Fahrer werden angehalten, um von den Frauen um eine Spende gebeten zu werden. "Die Lkw-Fahrer sind sehr freundlich", erklärt Maria Kirsch, mit ihnen habe man am meisten Spaß.
Letztendlich können die Hexen dieses Jahr zufrieden mit ihrer "Ausbeute" sein. Rund 1000 Euro haben sie gesammelt. Und Spaß hatten die elf Damen allemal.