Da wurde nicht genau genug gemessen in Adelsdorf - der Baumstamm war etwas zu dick beim Fichtnaufstellen in Adelsdorf am Samstag. Trotz redlichen Bemühens wollte er nicht in die vorgefertigte Halterung passen. So musste also der Flo ran mit der Kettensäge und passend machen, was nicht passen war. "Schadt nix", sagte er "solange sonst alles in Ordnung ist". Und da konnte er als einer aus dem Team der Verantwortlichen für die Burschentradition sich nicht beklagen. Sonst passte alles.

Gleich der erste Baum am Vormittag im Wald wurde fachgemäß geschlagen und verladen - unbestätigten Gerüchten zufolge soll das schon anders gewesen sein. Abgebrochene Kupfn oder sonstiges Unbill hätten angeblich die morgendliche Arbeit im Wald bei der Kerwa schon beeinträchtigt. Aber das will niemand definitiv bestätigen "Bei uns doch nicht!", meinen die Burschen unisono.

Wie auch immer, heuer klappte alles. Auch das Aufstellen selbst ging nach der Stammverschlankung planmäßig vonstatten. Kleine Hilfestellung, die sich selbst geschaffen haben: Die Schwalben sind blau-weiß und rot-weiß bemalt. Je eine Farbe ist für eine Seite bestimmt. Es gibt dann keine Probleme, wer mit "rechts" oder "links" gemeint ist. Ansager Christoph ruft einfach: "Die Blauen - oder Roten - schieben" und keiner muss sich fragen: Meint er das jetzt von seiner oder unserer Seite aus gesehen?

Der Baum stand innerhalb einer Stunde


Die jungen Kerwasburschen hatten die Sache voll im Griff und der Baum stand innerhalb einer guten Stunde. Die ursprünglichen Väter der Kerwa, zwei Stammtischgemeinschaften und tatsächlich Väter oder Onkels der heutigen Kirchweihjugend, standen zwar noch dabei und gaben ab und zu noch ein paar Tipps, aber sie haben die jungen Leute, die von klein auf dabei waren, so gut angelernt, dass die ihre Aufgabe inzwischen perfekt beherrschen. Begleitet wurden der Einzug und das Aufstellen der Fichte traditionell von den Adelsdorfer Musikanten.

Dann gibt es in Adelsdorf noch die Kerwamadla. "Die Moni sagt, uns gibt es eben", sagen sie lächelnd auf die Frage nach ihrer Funktion. Aktiv mithelfen bei der schweren Arbeit tun sie nicht, doch beim Raustanzen am Sonntag sind sie natürlich mit von der Partie.

Den Anstich am Freitag im Zelt durch Bürgermeister Karsten Fischkal erledigte dieser wie im letzten Jahr: Mit einem Schlag war der Hahn im Spundloch. Dafür, dass dieser Hahnen schadhaft war und schnell durch einen neuen ersetzt werden musste, war das Gemeindeoberhaupt sicher nicht verantwortlich. Am Montag erfolgt noch das Geeger rausschlogn, dann haben die Burschen ihre Arbeit beendet. Mit Musik im Zelt wie auch an den vorangegangenen Tagen klingt dann die Adelsdorfer Kerwa aus.