Die Hilfsaktion aus Herzogenaurach für die Menschen in der 2015 vom Erdbeben geschüttelten Region in Nepal trägt weitere Früchte. Nachdem der Initiator Alberto Parmigiani persönlich die Spendengelder überreicht hatte, konnte im November mit dem Bau einer Schule begonnen werden. Bald schon hat der Herzogenauracher mit italienischem Blut und Nepali aus Leidenschaft einen Grund, erneut in sein Lieblingsland zu reisen - auf eigene Kosten, versteht sich. Denn im Februar wird die ausschließlich mit Spendengeldern aus Herzogenaurach finanzierte Einrichtung eingeweiht werden.


Aktionen in Herzogenaurach

Zur Erinnerung: Als das Erdbeben im April und Mai 2015 die Region nahe der Hauptstadt Kathmandu erschüttert hat, startete Parmigiani eine große Spendenaktion für die betroffenen Menschen in dem armen Land im Himalaya. Unter anderem gab es ein Open-Air-Konzert im Schlosshof. Aber auch den Erlös diverser anderer Aktionen und das Geld aus einem Basar, bei dem der Italiener viele Mitbringsel aus Nepal verkaufte, steckte er in die Aktion. So kamen bis zum Spätherbst 25 000 Euro zusammen. Der Großteil reichte, um die Schule zu finanzieren. Diese ist in dem Dorf Makaising gelegen, etwa 140 Kilometer von Kathmandu entfernt und rund 25 Kilometer vom Epizentrum des Bebens weg. Das Dorf liegt in einem wunderschönen Tal der Region Gorkha, wie Alberto schwärmt. In der Kleinstadt selbst findet sich noch ein "uralter Königspalast". 141 Kinder sind an der Schule bereits gemeldet, doch es sollen noch mehr werden, weil man Doppelschichten fahren möchte, sagt der Initiator der Spendenaktion.

Kaum zu glauben, wie schnell in Nepal Schulen gebaut werden. Auch wenn diese natürlich nicht mit den Gebäuden westlichen Standards zu vergleichen sind, sondern nur aus einfachen Bauten bestehen. Am 16. November war die Grundsteinlegung, und am 11. Februar wird nun schon die Fertigstellung gefeiert.

Zwischendurch erschwerte die Regenzeit die Bauarbeiten, die ohnehin nur ohne schwere Maschinen möglich waren. "Da kommt kein großer Lkw vom Daigfuss mit einem Kran und lädt die Steine ab", erzählte Parmigiani. Stattdessen musste eine 700 Meter lange Brücke überquert werden, das ganze Material musste zu Fuß transportiert werden. "Die Männer schleppen 40 bis 50 Kilogramm auf dem Rücken", sagt Alberto. Und das den ganzen Tag.


Zweite Schule

9000 Euro hatte man noch übrig und wollte diese ursprünglich in eine große Schule mit investieren, wo man sich ein paar Klassenzimmer hätte sichern wollen. Davon aber kamen Parmigiani und seine Mitstreiter der Hilfsorganisation "Son of Light" wieder ab. "Wir haben unsere Meinung geändert", sagt der Herzogenauracher.

Denn in der Zwischenzeit hatte er weitere Spenden zusammengetragen - das Spendenkonto bleibt übrigens weiter offen - und erreicht nun eine Summe, die bis auf ein paar hundert Euro für den Bau einer zweiten Schule ausreicht. Es soll wieder eine Einrichtung werden, so wie die erste, an einem zentralen Standort, der von möglichst vielen Kindern gut zu erreichen ist. Darunter versteht der Herzogenauracher bis zu einer Stunde Fußweg, bergauf oder bergab, und danach wieder zurück.

Den Standort wolle man bei seinem Aufenthalt in Nepal festlegen. "Eine eigene Schule ist besser als eine Beteiligung", sagt Alberto. So könne gewährleistet werden, dass die Spenden auch zu hundert Prozent umgesetzt werden.


Klangschalen-Tournee im Mai

Im Mai hat Alberto Parmigiani übrigens Besuch aus Nepal. Seine beiden Freunde und Klangschalenmeister haben sich angekündigt. Gemeinsam wolle man eine einmonatige Tournee durch Deutschland und Dänemark starten, aber auch Italien und Spanien seien schon angedacht, sagte Parmigiani. Unter anderem werde man den Schauspieler Ralf Bauer treffen, der seinerseits eine Nepalhilfe auf die Beine gestellt habe. Natürlich werde es auch in Herzogenaurach ein paar Konzerte geben. Und die erlösten Spenden werden dem Nepal-Projekt zugute kommen.