Planmäßig geht es weiter mit dem vierrädrigen Windpark, den Mühhausner und Bewohner der Umgebung am Pöppelberg im nördlichen Landkreis Erlangen-Höchstadt direkt an der Landkreisgrenze zu Bamberg errichten wollen.
Das Projekt habe die nächste Hürde genommen, informierte Nadine Paulus, die bei "Wust - Wind und Sonne" für die Anlage bei Mühlhausen zuständig ist. Sie habe signalisiert bekommen, dass Träger öffentlicher Belange keine schwerwiegenden Bedenken gegen das Vorhaben geäußert hätten. In einem Genehmigungsverfahren sind das zum Beispiel umliegende Gemeinden, bei denen nachgefragt wird, ob sie von einem Bauvorhaben Nachteile für sich befürchten.
Nadine Paulus rechnet damit, dass die Baugenehmigung Mitte des Monats vorliegt. Und Mitte Juni soll es dann auch gleich losgehen mit den Bauarbeiten.
Das ehrgeizige Bürger-Windprojekt läuft bestens. Vier Räder sollen am Pöppelberg in den Himmel wachsen und dann im Jahr 22,7 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das ist eine ganze Menge. Sie entspricht dem Strombedarf von ungefähr 10 000 Haushalten: Die vier Räder am Pöppelberg würden ausreichen, um vier Städte von der Größe Höchstadts komplett vom Strom fürs Bügeln bis hin zur Straßenbeleuchtung bei Nacht zu versorgen.
Das hat aber erst einmal seinen Preis. Die Betreibergesellschaft Energie Mühlhausen GmbH und Co KG, zu der sich 17 Grundeigentümer zusammengeschlossen haben, muss Investitionskosten von 20,4 Millionen Euro generieren. 70 Prozent der Summe finanziert eine örtliche Bank, 30 Prozent müssen als Eigenkapital an Land gezogen werden. Das sind 6,4 Millionen Euro. Eine stolze Hausnummer für eine Gemeinde von der Größe Mühlhausens.
Aber auch da ist laut Nadine Paulus alles im grünen Bereich, weil inzwischen Bewohner des gesamten Landkreis Erlangen-Höchstadt zeichnungsberechtigt seien. In einer zweiten Runde war dieser Kreis schon einmal erweitert worden auf die Bewohner der direkten Nachbarn Höchstadt, Pommersfelden, Burgebrach, Schlüsselfeld und Wachenroth.
Schon im April hatte die auf die Projektierung und Verwaltung von Windkraftanlagen spezialisierte Firma Wust außerdem Reservierungen für Interessenten aus Erlangen, Herzogenaurach und Forchheim vorgenommen. Zumindest die Herzogenauracher und Höchstadter kommen jetzt in Mühlhausen zum Zug. Bisher gezeichnet haben 120 Anleger, die Hälfte von ihnen sind Mühlhäusner. Damit sei rund die Hälfte des benötigten Eigenkapitals zusammengekommen.
Die Windkraft boomt im Landkreis. Und Mühlhausen entwickelt sich zu ihrem Zentrum. Denn die Mühlhäusner können sich entscheiden, ob sie am Pöppelberg mit mindestens 5000 Euro einsteigen oder auf das weitaus größer dimensionierte Höchstadter Projekt setzen, das in der Gemarkung "In der Birkach" bei Nackendorf entstehen soll.
Dort wird auch über eine Mindestbeteiligung von 5000 Euro diskutiert. Aber die können voraussichtlich in einer 500er-Stückelung aufgebracht werden, da eine Bürger-Energiegenossenschaft als Anleger auftreten möchte.
Die Verwirklichung der Pläne für die Anlage "In der Birkach" ist aber noch nicht so weit gediehen wie das Projekt am Pöppelberg. Der Kreis der Zeichnungsberechtigten war allerdings für beide Windparks bisher fast deckungsgleich: Auch für die Windräder bei Nackendorf sollen Anleger in Lonnerstadt, Wachenroth, Mühlhausen und Höchstadt den geldbeutel aufmachen.