"Tervetuloa!" Das ist Finnisch und heißt auf Deutsch übersetzt "Herzlich willkommen!" Mit diesem Gruß wurden am Dienstag die elf finnischen Schüler und ihre drei Lehrerinnen in der Aula der Ritter-von-Spix-Schule in Höchstadt an der Aisch während der extra einberufenen Schul-Vollversammlung von Rektor Michael Ulbrich und Konrektor Günther Dalles aufs Herzlichste begrüßt.

Am Montag waren die Gäste nach einer langen Anreise - drei Mal mussten sie an Flughäfen umsteigen - in Höchstadt angekommen. Die jungen Finnen logieren in Gastfamilien, und die drei Lehrerinnen, darunter die Schulleiterin der Schule von Ruka - einem Vorort von Kuusamo - Ulla Parviainen, sind in der ersten Hälfte des Besuchs bei Familie Walcher untergebracht.

Am Samstag fliegt Ulla Parviainen mit Kaisa Laihola wieder zurück, und dafür kommen Isto Rajala und Eeva-Leena Riekki. Die beiden wohnen dann bis zur Abreise im Hotel.

"O, sprechen die komisch", stöhnte ein Mittelschüler, als er die Unterhaltung zweier Finnen mitbekam. Riitta Tuovinen, die Deutschlehrerin, war schon zwei Mal in Höchstadt und sie spricht sehr gut Deutsch.
Agnes Büttner, Lehrerin an der Mittelschule, hat den gesamten Austausch organisiert und auch den schwierigen Antrag für dieses Comenius-Projekt "Let's play together!" erfolgreich bei der EU gestellt. Ihr zur Seite steht ihre Kollegin Claudia Wegrat.

Mit Bildern wurden die rund 300 Höchstadter Schüler nach Finnland entführt, wo es im Moment minus 25 Grad kalt ist. 2095 Kilometer Luftlinie ist Kuusamo von Höchstadt entfernt. Ds zeigte Günther Dalles an der Karte.
Der Ort liegt im Norden Finnlands an der Grenze zu Russland. Schulpartnerschaften zeigen, wie wichtig gerade heute wieder die Zusammenarbeit zum Beispiel auch von Schulen über Ländergrenzen hinweg ist. "Eigentlich sind wir doch alle gleich", meinte der Schulleiter, und alle applaudierten. Stolz stellten die Höchstadter Schüler sich und einige Aktivitäten ihrer Schule vor. Das Fairness-Team (Schule ohne Rassismus) erzählte von der laufenden Ausstellung und vom Luftballon-Flashmob, und die Schülerfirma sowie die SMV berichteten von der Unterstützung der Patenkinder in Colachel (Indien) durch die Einnahmen bei der Faschingsfete und die kommende Solibrot-Aktion.

Die Austauschpartner verstehen sich jetzt schon prächtig - natürlich in englischer Sprache. "Einige finnische Wörter haben wir gelernt, aber das ist echt schwer", meinte eine junge Höchstadterin. "Ich habe gerne jemand aufgenommen, denn davon kann ich nur profitieren zum Beispiel werden meine Englischkenntnisse bestimmt besser", erklärte eine Mitschülerin.

"Im Finnischen gibt es viele ä und ü, aber auch viele Wörter mit Doppellaut wie Eeva, Riita, Leena....", erklärte eine weitere Gastgeberin. Die Schule von Ruka besuchen 243 Schüler im Vergleich zur Höchstadter Mittelschule mit 460 Schülern.

Wie denn der erste Eindruck der Finnen von Höchstadt sein, wurde gefragt. "Great", war die einhellige Antwort.
Wie ein Austausch gerade mit Finnland zustande kommt, ist auch eine gute Frage. "Die Familie Walcher hat schon länger Kontakt nach Kuusamo und da das finnische Schulsystem sehr gut abgeschnitten hat, wurden wir neugierig", verrät Schulleiter Michael Ulbrich. "Und es hat geklappt!"

Eine Fahrt nach Bamberg und Nürnberg, eine Stadtrallye in Höchstadt mit anschließendem Empfang beim Bürgermeister, aber auch das Miterleben eines normalen Schultags stehen auf dem Besuchsprogramm. Der Sonntag bleibt für die Gastfamilie reserviert.

Am Mittwoch nächster Woche machen sich die Gäste mit ganz vielen Eindrücken wieder auf den Heimweg.