So viele Zuhörer wie bei der Sitzung am Mittwochabend haben die Aurachtaler Gemeinderäte lange nicht gesehen. Es mussten sogar zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Dies lag vor allem daran, dass es um die Änderung des Flächennutzungsplanes zur Erweiterung des Gewerbegebietes Wirtshöhe ging. Anlass der geplanten Erweiterung ist die Anfrage mehrerer Unternehmen, die sich in Münchaurach ansiedeln möchten.
Die Bürger aus dem benachbarten Ortsteil Dörflas wehren sich mit einer schriftlichen Eingabe sowie einer Unterschriftensammlung gegen diese Maßnahme, während die Stellungnahmen der relevanten Behörden bezüglich der Erweiterung nach Aussage von Bürgermeister Erwin Schopper (ÜWG) alle positiv waren.
Nachdem die Stellungnahmen genauer betrachtet waren, war Matthias Rühl vom Planungsbüro Stadt und Land gefragt, um nicht nur den Gemeinderat, sondern vor allem den besorgten Bürgern aus Dörflas die geplante Erweiterung verständlich zu machen. Wie Rühl erläuterte, sei die Möglichkeit, das Gewerbegebiet in Richtung Dörflas auszuweiten, nicht neu und von den zuständigen Behörden als durchführbar erachtet worden. Eine Lärmschutzbebauung sowie weitere Einschränkungen bezüglich geplanter Baumaßnahmen wären möglich, um die Bürger nicht übermäßig zu belasten. Eine weitere Alternative, jedoch mit größerem Planungsaufwand verbunden, wäre es nach den Worten von Rühl, das Gewerbegebiet an der Kreisstraße entlang Richtung Nankenhof zu erweitern.
Ein Großteil der Gemeinderäte nahm offensichtlich die Bedenken der Dörflaser sehr ernst, so äußerte Karl-Heinz Gechter (CSU-WG): "Warum erst ins Planungsverfahren gehen, wenn vorhersehbar ist, dass es von Seiten der Bürger Einwände gibt? Wenn bereits solche Bedenken aus Dörflas vorliegen, kann man sich diese Arbeit sparen." In etwa die gleiche Richtung gingen auch die Bedenken weiterer Gemeinderatsmitglieder beider Fraktionen. Vor allem Konrad Kreß (CSU-WG) konnte es nicht verstehen, warum einige Leute im Gremium so beharrlich auf die Erweiterung des Gewerbegebietes Richtung Dörflas bestehen. Wenn eine Erweiterung des Gewerbegebietes erforderlich sei, müsse diese an der Kreisstraße entlang verwirklicht werden.
Als sich die Gemüter wieder etwas beruhigt hatten, ließ Bürgermeister Schopper über den Entwurf von Matthias Rühl zur Erweiterung des Gewerbegebietes in Richtung Dörflas abstimmen. Mit 3:9 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt, was die anwesenden Bürger durchaus mit Freude zur Kenntnis nahmen.