Vor 55 Jahren, im Juni 1957, trat der damals 22-jährige Krug der Jungen Union bei. Als Jura-Student sei er zur damaligen Zeit einer der wenigen angehenden Akademiker in der Partei gewesen. Sein politisches Interesse wurde ihm aber bereits sprichwörtlich in die Wiege gelegt, wie sich Krug heute erinnert. "Ich kam aus einem politisch sehr interessierten Haus", so der gebürtige Oberpfälzer. 1933 kandidierte Krugs Vater für die Bayerische Volkspartei, musste aufgrund des Ermächtigungsgesetzes jedoch auf eine aktive politische Partizipation verzichten.

Dem Sohn sollte es da schon besser ergehen. "Ich wollte mich einmischen und Demokratie mitgestalten", erzählt der Senior. 1970 zog er als direkt gewählter Abgeordneter in den Landtag ein und konnte dieses Ziel so aktiv verfolgen. In seiner neuen, mittelfränkischen Heimat hatte er von 1978 bis 2002 das Amt des Landrates inne und erfreute sich stets großer Beliebtheit - auch überparteilich. Besonders am Herzen lagen dem Juristen hierbei eigenen Angaben zufolge innere Angelegenheiten mit Kommunal- und Vertragsrecht sowie die Sozialpolitik. "In die politische Geschichte bin ich sozusagen hineingewachsen", resümiert der Wahl-Höchstadter heute. Bedeutende Unionspolitiker der frühen Bundesrepublik wie Franz Josef Strauß oder Konrad Adenauer kannte Krug persönlich.


Jahrelange Wegbegleiter



Seinen Weg auf kommunaler Ebene begleitete unter anderem Sebastian Schmidt. Auch er wurde für vier Jahrzehnte CSU-Parteimitgliedschaft geehrt und ist genau wie Krug Ehrenbürger der Stadt Höchstadt. Gemeinsam mit acht weiteren Kollegen aus dem Höchstadter Gymnasium trat der ehemalige Lehrer 1972 in die christlich-soziale Union ein. Während einer Amtsperiode in der Vorstandschaft organisierte der Leiter des Höchstadter Heimatmuseums unter anderem eine Fahrt zur Nato nach Brüssel.

Über Aktionen des vergangenen Jahres berichtete der aktuelle Ortsvorsitzende Franz Rabl in einem kurzen Bericht. Er wies darauf hin, dass er sich auch in Zukunft auf kleine, aber effiziente Tätigkeiten beschränken möchte. "Ich habe noch nie dem Papst die Hand geschüttelt, Gauck zur Bundespräsidentenwahl gratuliert oder dem Dalai Lama eine Friedenserklärung übergeben", gestand Rabl humorvoll. Stattdessen plane er lieber ein herbstliches Kartoffelfest sowie einen CSU-Stammtisch und eine Fahrt durch Höchstadt.


Jugendschutz als Schwerpunkt



Als weiterer Programmpunkt stand ein Vortrag des Höchstadter Polizei-Dienststellenleiters Jürgen Schmeißer auf der Tagesordnung. Er ging auf Sorgen Höchstadter Bürger bezüglich der Diskothek am Stadtrand ein. Schmeißer betonte die Bedeutung des Jugendschutzes als Schwerpunktmaßnahme der Polizeiinspektion. Zur Prävention und Verfolgung von Ruhestörungen und Sachbeschädigungen am Kieferndorfer Weg müsste aber auch jeder einzelne Anwohner seinen Beitrag leisten, indem er die Polizei möglichst zeitnah auf Auffälligkeiten hinweist.

Die Ehrung treuer CSU-Mitglieder bildete den Abschluss der Sitzung. In Vertretung für den Bundestagsabgeordneten Stefan Müller nahm Walter Nussel diese feierlich vor. Auch er lobte die Verdienste Franz Krugs. "Er ist für mich immer ein absolutes Vorbild gewesen", verkündete der Bezirksrat. Noch heute profitiere der Landkreis schließlich von den Weichen, welche Krug in seinen 21 Jahren als Kreisvorsitzender einst gestellt hatte.


Die Geehrten im Überblick:



10 Jahre: Florian Salzner, Christiane Rabl, Florian-Philipp Lang, Kathrin Iftner, Harald Böttinger
15 Jahre: Michael Schwägerl, Monika Metzler, Ulrich Graubner
25 Jahre: Baptist Enkert, Hildegard Strucks, Wolfgang Hupp
30 Jahre: Rainer Drosdziol
35 Jahre: Kurt Renner, Horst Dormann, Heinz Pongratz, Hans-Walter Förtsch, Walter Schätzel
40 Jahre: Sebastian Schmidt, Hermann Groß, Hermann Schätzel, Walter Huber
45 Jahre: Karl Dresel, Josef Bachmeier
50 Jahre: Walter Engelhardt
55 Jahre: Franz Krug