Eine Prachtfichte haben sie heuer geschlagen, die Männer von der Dorfgemeinschaft Hirtenhaus Ailsbach für ihre Kirchweih am Wochenende. "Die haben wir schon ein paar Jahre im Auge" schmunzelte Sascha Link, der Anführer beim Baumaufstellen. "Heuer haben wir sie genommen. Der Stamm war so dick, dass wir unten fünf Meter abschneiden mussten - sonst wäre sie gar nicht zu bewältigen gewesen."

Dennoch war das gute Stück noch 25 Meter lang, als die Mannen es am Samstag vor dem Hirtenhaus in Ailsbach aufstellten. Auch die Krone musste noch zwei Reihen Äste lassen - im Regen wäre der Kopf sonst zu schwer geworden. Doch gut gerüstet brachten die 25 Männer - "pro Meter ein Mann" - das buntgeschmückte Kirchweihsymbol dann problemlos in die Höhe.

"Kein Wunder", sagt Frank, der eigentlich in Lonnerstadt wohnt, seit dem Sommer jedoch über Ehefrau Christine auch in Ailsbach dazugehört. "Schließlich hat der Paul die Aufsicht geführt. Denn ohne den Paul geht gar nichts." Paul, das ist der 84-jährige Paul Kropf, der jedes Jahr beim Baumaufstellen und natürlich der ganzen Kerwa dabei ist. Heute legt er nur noch symbolisch Hand mit an, doch "insgesamt", so erinnert er sich, "waren es bestimmt um die 50 Bäume" Er war auch früher schon dabei, als die Ailsbacher Kirchweih noch nicht vom Hirtenhaus organisiert wurde.

Das Wetter spielte ja nicht so mit an diesem Wochenende. Doch Schlachtschüssel, Karpfen, Bratwürste und all die anderen Leckereien samt Bohnakern mit Kleeß schmeckten von Freitag bis Montag auch im Inneren des Hirtenhauses - die Außenplätze waren natürlich weniger begehrt. Und die Kinder, die ließen sich vom Regen nicht abhalten. Die Bierkastenrutsche, auf die sie jedes Jahr gespannt warten, die wurde in jedem trockenen Moment fleißig frequentiert.