Thomas Eschler verlässt Herzogenaurach mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Musikpädagoge für Keyboard und Klavier, und nach den Worten von Musikschulleiterin Margit Denk strenge Musiklehrer, wurde von Bürgermeister German Hacker und Andrea Winkelmann (stellvertretende Personalamtsleiterin) sowie Martin Sehring (Personalratsvorsitzender) in den Ruhestand verabschiedet.

Am 1. März 1981 wurde Thomas Eschler an der Käthe-Zang-Musikschule angestellt, war aber ab Oktober 1992 freier Mitarbeiter. Durch sein Magister-Studium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg brachte Eschler alle Voraussetzungen mit, um ein begehrter Mitarbeiter der Musikschule zu werden.
Der Bürgermeister würdigte die musikalische Vita Thomas Eschers. Weitere wertvolle Erfahrungen sammelte der Musikpädagoge in Wien. Dabei kamen ihm seine verwandtschaftlichen Verbindungen zugute, erzählte Eschler.

1993 wurde er zum stellvertretenden Leiter der Musikschule bestellt. Bis zur Einstellung der jetzigen Leiterin Margit Denk im April 1997 führte Eschler die Musikschule kommissarisch.

Ab dem Schuljahr 2011/2012 zeichnete Eschler für den Musiktheorie-Unterricht und Theorieprüfungen bei den Leistungsprüfungen des Verbands Bayerischer Sing- und Musikschulen verantwortlich. Außerdem entwickelte der Musiklehrer die Prüfungsbögen für J1-, J2-, D2- und D2-Theorieprüfungen.

Weil der Bürgermeister allzu intensiv nachfragte (schließlich übergibt das Stadtoberhaupt immer die Urkunden zu den bestandenen Leistungsprüfungen), wird Eschler dem Bürgermeister noch vor dem letzten Arbeitstag die Juniorenprüfung 1 (J1) abnehmen. "Schicken Sie mir mal den Prüfungsbogen ins Rathaus", bat Hacker. Er will auch in der Musikschule vorspielen, um die Plakette zu erhalten.

Aber auch eine Reihe Musikprojekte im Bereich Klavier-Kammermusik brachte Thomas Eschler während seiner musikalischen Laufbahn auf den Weg. So mit dem Musikschüler Thomas Müller zum 25. Jubiläum der Musikschule ein Orchesterwerk für zwei Klaviere. Der Musikschüler hat "Peter und der Wolf" bearbeitet. Es gab zwei Aufführungen, in denen Eschler auch die Rolle des Erzählers übernahm.


Aufsehenerregend

In Musikkreisen sorgte auch das Klavier-Projekt "Vexations" (Quälereien) von Eric Satie für Gesprächsstoff, das als längstes Musikstück der Geschichte gilt. Je nach Deutung der Interpretationsanweisung dauert eine Aufführung 14 oder sogar 28 Stunden. "Wir haben mit mehreren Spielern um acht in der Früh angefangen und waren am Abend um 22 Uhr fertig", erzählte Eschler von dem spannenden Tag.

Ein Ereignis sei auch der Karneval der Tiere von Camille Sanit-Saens gewesen, das er mit Claudia Eschler organisiert. 40 Schüler wirkten mit sowie die Musikerinnen Verena Klein und Mareike Wiening.

Eschler erzählt, es werde ihm nach dem Eintritt in den Ruhestand sicherlich nicht langweilig werden. Er kümmert sich um seine pflegebedürftige Mutter und um die Tante, die ebenfalls auf Hilfe angewiesen ist.