Allein im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es rund 12 000 Waldbesitzer, von denen nur wenige selbst in ihrem Wald arbeiten. Ausgehend von der Maschinenhalle der Waldcorporation Herzogenaurach-Welkenbach hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth, Bereich Forsten in Erlangen, sowie die Waldbesitzervereinigung Erlangen-Höchstadt zahlreiche Informationen zusammengestellt. Interessenten konnten bei diesem Wald-Infotag vielfältige Angebote rund um Wald und Holz nutzen.

Auch Forstdirektor Peter Pröbstle vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Fürth, Bereich Forsten, hatte viel Wissenswertes zu erklären. Ein Baum bietet Lebensraum für Lebewesen wie Hornissen, Spechte, Siebenschläfer, Eichhörnchen und so weiter. Der Wald dient aber auch dem Menschen zur Erholung.

Besucher erfuhren auch, dass Brennholz nicht gleich Brennholz ist. Der Heizwert unterscheidet sich zum Teil erheblich. Dass der Rohstoff Holz wieder begehrt ist, war auch an weiteren Beispielen zu sehen. Palettenholz wird mit rund 58 Euro vergütet, Lamellenholz etwa für Fenster ist naturgemäß teurer. Gut besucht waren die Harvester- und die Rückezugvorführungen. Hier bewegten sich große Maschinen auf breiten Reifen durch den Wald und generierten die gewünschten Holzabmessungen.

Für Pröbstle eine obere Maxime: "Wir setzen ausschließlich auf Unternehmen vor Ort." Dazu zählt etwa die Firma Firnkäs aus Bösenbechhofen. Außerdem konnten sich Unternehmen vor Ort präsentieren, die Waldpflege, Zaunbau und Ähnliches für Waldbesitzer übernehmen.

Ernst Seitz aus Eckental-Eschenau demonstrierte mit seinem Harvester eine Baumfällung. Das Gerät kostet rund 400 000 Euro und muss daher effektiv eingesetzt werden, um sich zu rechnen. "Das wichtige ist nicht das Gerät, sondern der, der darauf sitzt", ist Pröbstle überzeugt. Der Einsatz von Pferden ist eine Alternative auf weichen Böden.

Heike Grumann, Revierleiterin des Forstreviers Erlangen, und Forstamtsrat Stefan Stirnweiß vom Revier Röttenbach zeigten die Möglichkeiten von Wachsschutz und Pflegeschutz für neue Pflanzungen. Günstiges Planzenwachstum kann zum Beispiel mit Manschetten unterschiedlicher Bauart erreicht werden.

Die Berufsgenossenschaft hatte an ihrem Stand als Thema Sicherheit. Ein Helm-Crashtest führte deutlich vor Augen, dass man auch mit Helm bei Arbeiten im Wald vorsichtig sein sollte. Vor allem sollten die Helme nach einiger Zeit ausgetauscht werden, da viele Kunststoffe brüchig werden.

An einem Spannungssimulator wurde demonstriert, wie umgefallene Bäume sicher mit der Motorsäge gekappt werden können. Dieses Gerät kostet rund rund 25 000 Euro. Häufig werde besonders bei dünnen Bäumen die Gefahr der Spannung unterschätzt. Der Lehrgang wird oft für Feuerwehren angeboten, die immer wieder Bäume von Wind- oder Schneebruchfällen aufarbeiten müssen.

Der Landkreis Erlangen-Höchstadt hat als erster Landkreis die Rettungskette im Forst flächendeckend eingeführt.Thomas Herzog von der Forstverwaltung Tennenlohe demonstrierte den Umgang mit der Motorsäge und die Möglichkeit, auch in Abschnitten mit jungen Pflanzen ältere Bäume effektiv zu entnehmen.