Fünf Tage Höchstadter Kirchweih sind vorüber. Fahrgeschäfte, Festzelt und Buden waren gestern fast alle schon wieder verschwunden. In der Grünanlage zwischen Stadtmauer und Aisch macht sich Normalität breit. Der Parkplatz ist wieder von gut hundert Dauerparkern belegt. Nur auf dem Rasen zeugt so manche Spur von den Strapazen der vergangenen Tage.

"Es sind schon einige Bodenverdichtungen vorhanden", antwortet Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD), der für zwei Wochen Gerald Brehm (JL) vertritt, auf die Anfrage des FT nach einer Bilanz zum Standort.Vom Bauhof könne der Boden aber wieder aufgelockert werden.

Ansonsten kann Schulz über die erste Kirchweih im Engelgarten "nichts Negatives" sagen. Für ihn war das Fest am neuen Standort "wesentlich schöner" als auf dem Festplatz in den Aischwiesen. Auch weil alles viel enger beieinander stand.

Diese Meinung teilt auch der diesjährige Festwirt Michael Ackermann vom Brauhaus: "Es war super, wir sind voll zufrieden, den Leuten hat es gefallen." Das Zelt sei zwar etwas kleiner gewesen, dafür hatte man drum herum Möglichkeiten für einen schattigen Biergarten. Besonders aufgefallen sind Ackermann in diesem Jahr Leute, die er auf der Höchstadter Kirchweih schon jahrelang nicht mehr gesehen hat. Für ihn ist der Engelgarten der künftige Standort für die Kirchweih.

Wie sah es mit Lärmbelästigung der Anwohner aus? Kein Thema im unmittelbar angrenzenden Seniorenzentrum St. Anna gleich hinter der Stadtmauer. "Meine alten Leute beschweren sich nie über Lärm", sagt Zentrumsleiterin Johanna Auerbeck. Im Gegenteil, man habe sich gefreut, die Kirchweih vor der Tür zu haben.

Wenige Meter weiter grenzt das Grundstück von Konrad Scheubel an die Stadtmauer. Niemand in der Nachbarschaft habe sich übermäßig aufgeregt, blickt Scheubel zurück. Für ihn sei es keine Beeinträchtigung gewesen, "und auch die Musik war erträglich, bis auf die Bässe bei der Rockmusik am Samstagabend". Scheubel habe sich vom angrenzenden Festgelände immer was zu essen geholt und fühlte sich an seine Kindheit vor 60 Jahren erinnert, als ganze Musikfeste im Engelgarten stattfanden. An der Kirchweih haben ihn nur Mofa- und Radfahrer gestört, die zwischen den Besuchern durchgefahren sind.

"Alles gut gelaufen", vermeldet Daniela Kron vom Ordnungsamt der Stadt. Von Beschwerden habe sie nichts mitbekommen.

Nach der Kirchweih im nächsten Jahr, die wieder im Engelgarten stattfinden soll, werde der Stadtrat wohl beschließen, sie dauerhaft dort zu veranstalten, vermutet Zweiter Bürgermeister Schulz. Der Rat müsse dann aber auch festlegen, wie viele Feste der Engelgarten im Jahr verträgt. Schließlich soll der Park ja auch noch eine Oase der Ruhe sein.

Altstadtfest, Kirchweih und alle zwei Jahre Mittelalterfest seien für Schulz genug. "Wir brauchen eine Regelung, unter der der Engelgarten nicht leidet." Mit Strom, Wasser und Kanal ist das Gelände jedenfalls für alles gerüstet.
Schulz möchte aber auch den Festplatz in den Aischwiesen nicht abschreiben. Für größere Veranstaltungen wie Rockfestivals sei der ideal, was sich auch bei der BR-Radltour im vergangenen Jahr gezeigt habe.