Im Aromagarten gibt es etwas zu sehen. Nicht nur jetzt gerade, im Hochsommer. Das liegt zum Teil an Gertraud Bäuml. Die Gartenhilfe ist gerade dabei, die reifen Fruchtstände des Lavendels in dem öffentlichen Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und die üppig wuchernde Katzenminze (Nepeta) zu schneiden. Gertraud Bäuml weiß nicht nur, wie man die Pflanzen fachgerecht schneidet, sie weiß auch: Bei der Katzenminze scheiden sich die Geister.

Manche Menschen würden den Geruch dieser Pflanze als unangenehm empfinden, andere und vor allem Katzen - daher wohl auch der Name - nehmen den Duft der Katzenminze als äußerst anziehend wahr. In dicken Büscheln hängen die Pflanzen zum Trocknen am Dach des Gartenhauses in der östlichen Ecke der Anlage in Erlangen.

"Ich mache damit die Vorarbeit für eine Ausstellung im Botanischen Garten", erklärt sie. "Da wird es im November um Räuchern gehen." Nein, nicht um das Haltbarmachen von Fleisch- und Wurstwaren, wehrt sie gleich eine falsche Gedankenrichtung ab.


Ersatz für Weihrauch

Es geht gewissermaßen um den Weihrauchersatz aus einheimischen Pflanzen. Mit dem langsamen Verbrennen der Pflanzenteilen werden deren Duftstoffe und ätherische Öle freigesetzt und Wohlgeruch breitet sich im Raum aus.

So war das früher durchaus üblich, ehe es destillierte Duftöle in Fläschchen zu kaufen gab. In manchen Regionen war oder sei es noch immer üblich, dass Landwirte meist an bestimmten Tagen in der Nachweihnachtszeit ihre Stallungen mit duftenden Kräutern ausräuchern, um das Vieh im kommenden Jahr vor Krankheiten zu schützen.
Das Räucherwerk sei dann ein spezieller Aspekt, das man mit getrockneten Kräutern und Duftpflanzen machen kann. Bekannter ist das Trocknen für Tee. Hier böten sich vor allem die Minzen an. Wie viele - schon rein äußerlich - unterschiedliche Arten es gibt und in welcher Pflanzengemeinschaft sie wachsen, kann man beim Bummel entlang den dicht bewachsenen Beeten sehen.

Durch die großflächige Bepflanzung kann der Duft verstärkt wahrgenommen werden. Einige Pflanzen entfalten ihr Aroma erst, wenn man die Blätter reibt oder die Pflanze berührt. Deshalb ist das Abzupfen von einzelnen Blättern hier erlaubt. Allerdings mit dem Hinweis verbunden, dass einzelne Arten manchmal auch Hautreizungen oder Allergien auslösen können. Das wiederum ist dann die andere Seite des Gehalts an ätherischen Wirkstoffen.