Ihren Kunden habe sie von ihrer Bewerbung nichts erzählt. Schließlich wusste sie ja nicht, ob etwas draus wird. Nina Hock aus Höchstadt ist hauptberuflich Friseurmeisterin. Doch bald werden noch ein paar Aufgaben dazu kommen. Denn seit gestern ist es offiziell: Sie ist Nina I., die neue Karpfenkönigin des Aischgrunds.

Die 25-Jährige stammt ursprünglich aus Hemhofen und wohnt seit fünf Jahren in Höchstadt. Sie beerbt für erst einmal zwei Jahre Katrin Uano, die als Katrin I. erst Karpfenprinzessin in Neustadt und dann vier Jahre als Königin für das Aischgründer Wappentier geworben hat.


Amtsantritt im Brautkleid

"Ich bin viel im Aischgrund unterwegs", sagt Nina I., als am Donnerstag im Büro des Vereins Karpfenland Aischgrund ihre Wahl verkündet wurde. Sie freue sich wahnsinnig. Zur Vorstellung vor der Presse ist sie in ihrem Brautkleid gekommen. Denn einen "Karpfenkönig" gibt es in ihrem Leben seit heuer auch schon.

Ihre Naturverbundenheit lebe sie nicht nur auf dem Bauernhof der Eltern ihres Mannes aus. Sie hat Pferde und erst neulich sei sie zum ersten Mal auch beim Abfischen eines Weihers dabei gewesen. "Das war wirklich spannend", sagt sie. Dem lebenden Fisch gegenüber hat sie keine Berührungsängste. Kulinarisch möge sie ihren Karpfen am liebsten klassisch gebacken.


Es gab fünf Bewerberinnen

"Die Karpfenkönigin kommt von Herzen", sagt Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL), gleichzeitig Vorsitzender von Karpfenland Aischgrund. Er betont, wie harmonisch sich Nina bereits im Auswahlverfahren in die Rolle gefügt habe. Fünf Bewerbungen aus den 22 Gemeinden des Karpfenlands Aischgrund seien eingegangen. Am Mittwochabend hat es dann die finale Entscheidung unter zwei Bewerberinnen gegeben.

"Die Wahl war nicht einfach", sagt Brehm. Aber Nina habe mit ihrer natürlichen, herzlichen Art überzeugt. Zudem habe sie sich in die Welt des Karpfens eingelesen. "Sie hat Liebe zum Produkt bewiesen und den Willen gezeigt, dieses anspruchsvolle Ehrenamt auszuüben", so Brehm. Er dankte gleichzeitig Katrin Uano für ihren Einsatz. Sie tritt ab, weil sie sich auf ihr Studium des Grundschullehramts konzentrieren möchte.


Die Vorgängerin gratuliert

Neben Brehm bildeten die Jury der "Karpfenpapst" von der Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft, Martin Oberle, Karpfenland-Geschäftsführerin Sandra Schuster, der Vorsitzende der Teichgenossenschaft, Walter Jakob, und die bisherige Königin Katrin I. Diese hatte Glückwünsche für Nina: "Ich wünsche Dir, dass du den Aischgrund natürlich vertrittst und vielen Leuten den Karpfen schmackhaft machst."

50 bis 60 Termine seien es zuletzt im Jahr gewesen. Die Highlights: der Neujahrsempfang beim Ministerpräsidenten, die Grüne Woche oder der Tag der offenen Tür im Landwirtschaftsmuseum.

Vier Karpfenköniginnen hat es bereits gegeben. Wird die neue Majestät zurechtkommen mit der Aufgabe? "Man wächst ja hinein. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, es länger zu machen", sagt Nina I.

Ihr Job helfe dabei. Sie ist als Friseurmeisterin selbstständig, aber ohne Laden, denn sie besucht die Kunden zu Hause. Sie kann also gut planen. Ein Vorteil, wenn sie als Karpfenkönigin zu Terminen muss.


Erste Termine stehen schon fest

Und die ersten stehen schon an: Am Montag wird sie zum ersten Mal auf dem Erntedankfest des Landkreises auftreten. Als nächstes auf den Nürnberger Fischtagen und in einer Karpfenküche in München. Auftritte, bei denen die Karpfenkönigin im Rampenlicht steht. Alle mal eine neu gekrönte.