Am Ende des Seminars war es mehr als nur die Übergabe des Zertifikates, das auch mit "Menschen stärken Menschen" überschrieben werden kann. Von Ende Oktober bis Anfang März trafen sich 21 Frauen und zwei Männer aus dem Seebachgrund und der näheren Umgebung regelmäßig, um an dem in ökumenischer Zusammenarbeit durchgeführten Seminar teilzunehmen. Abgeschlossen wurde das Seminar mit Ausgabe der Zertifikate und einem kurzen ökumenischen Gottesdienst mit den beiden Pfarrern Lars Rebhan und Wilfried Lechner-Schmidt im katholischen Pfarrgemeindesaal.
"Menschen begleiten im Älterwerden" ist das Leitwort für den Kurs, der inzwischen in vielen Dekanaten auf Initiative des Referates Seniorenpastoral zusammen mit den örtlichen Caritasverbänden und Erwachsenenbildungswerken durchgeführt wurde. Das Thema am Ende des Kurses zielte bereits auf die Zukunft ab: "Vertraut auf neuen Wegen." Dies gaben Rosalie Scherlein vom Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg und die beiden Weisendorfer Pfarrer sowie Helmut Hof von der katholischen Erwachsenenbildung (KEB) den Teilnehmern mit auf den Weg.
Während der Seminartage ist die Gruppe sichtlich zusammengewachsen, was Elfriede Rüger nach dem Schlusslied zum Vorschlag veranlasste: "Wir könnten uns doch regelmäßig zum Singen treffen." Der Kurs richtete sich an Menschen, die sich bereits ehrenamtlich in den Pfarreien einbringen, aber auch an diejenigen, die das Thema einfach nur interessiert, weil sie sich ihrer Mitmenschen annehmen wollen oder weil sie daheim pflegebedürftige Angehörige betreuen.
Die Kursteilnehmer waren sich nach dem feierlichen Abschluss einig, dass sich der Kurs gelohnt hat. Margarete Zink, Pfarrgemeinderatsvorsitzende der katholischen Gemeinde St. Josef und Elfriede Rüger von der evangelischen Kirchengemeinde Weisendorf erklärten am Ende übereinstimmend, dass der Kurs für alle eine persönliche Bereicherung gewesen sei und sicherlich auch die Pfarreien hineingetragen werde. Der Kurs beinhaltete viele unterschiedliche Themen, mit denen der Mensch im täglichen Leben immer wieder konfrontiert wird.
Begonnen wurde mit dem Thema "Herausforderung Älterwerden", bei dem die Kursteilnehmer eine erste Einführung darüber bekamen, was ältere Menschen brauchen und welche Bedürfnisse ein Besuchsdienst erfüllen kann. Dabei wurde insbesondere das Thema "Meine Grenzen - Deine Grenzen" sensibilisiert, denn Grenzräume und Raum lassen seien dabei sehr wichtig.
Weitere Abende waren dem Umgang mit verwirrten Menschen gewidmet. Nach Auffassung von Margarete Zink sollte dieses weiter vertieft und ein gesonderter Demenzkurs durchgeführt werden. Im Seminar ging es auch darum, dass zunächst eine Hemmschwelle überwunden werden muss, um Menschen zuhause zu besuchen, und darum, dass der richtigen Kommunikation eine entscheidende Bedeutung zukommt, damit keine Missverständnisse entstehen. Auch aus dem Glauben heraus könnten Stärke und Hoffnung vermittelt werden.
Dass bei alldem auch das Sterben mit einbezogen werden muss, verdeutlichte Pfarrerin Anette Lechner-Schmidt. So sei das Thema "Wie Sterbenden begegnen" nicht nur sehr emotional, sondern auch sehr wichtig und könne dem Besuchsdienst jederzeit begegnen. Eng damit verbunden ist auch "Wenn das Leben weh tut - Gestalten von Übergängen", über das Verena Kubin, Leiterin der sozialen Beratung der Caritas Erlangen, referierte. Dazu gehöre dann, Zeit zu haben, zuzuhören und Zuwendung zu geben, um Trost spenden zu können und gemeinsam nach neuen Wegen zu suchen. In Weisendorf funktioniert der Besuchsdienst schon seit vielen Jahren. So werden kranke und ältere Menschen im Krankenhaus, im Altenheim oder zu Hause besucht, wie Margarete Zink erläuterte.
Dazu passte dann am Ende der Bibeltext aus Matthäus 5, 13 bis 16. "Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?" oder "Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben". Beim Verlesen des Bibeltextes wurde eine Kerze in den Kreis gestellt und erklärt, für wen und was man diese Kerze angezündet hat.