Ulrich Wirth ist sauer. Der Anwohner der Schütt befürchtet, dass sich Situationen wiederholen, wie sie seiner Aussage nach im vergangenen Jahr mehrfach stattgefunden haben. Wirth meint das neue Parkdeck an der Schütt und die Tatsache, dass sich im Vorjahr dort lautstarke "Partys" zugetragen hätten. Selbst Sachbeschädigungen habe er beobachten müssen.

Jetzt, da langsam der Frühling einkehrt, befürchtet Wirth erneut solche Zustände. "Der Winter ist noch nicht vorbei, der Party-Treff im Parkhaus beginnt wieder", schreibt er in einem Brief an Bürgermeister German Hacker (SPD).

So habe er beobachtet, dass in den letzten Wochen bereits mehrmals Ruhestörungen zu verzeichnen gewesen waren. Aktuell, so schrieb Wirth am Freitagabend, "befinden sich vier Autos, im Kreis geparkt, zum Partytreff dort." Auch wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Ruhestörung gegeben sei, so seien solche Zusammenkünfte für das Parkhaus nicht gerade zweckdienlich.

Bürgermeister Hacker hat auf das Schreiben bereits geantwortet. Der Polizei seien die Vorfälle des letzten Jahres bekannt, und die Stadt habe Schilder angebracht. Diese würden deutlich regeln, wer sich im Parkdeck aufhalten dürfe und wer nicht.

Tatsächlich habe es im vergangenen Sommer mehrere Vorfälle geben, räumt der Bürgermeister auf Anfrage des FT ein. Es sei gefeiert worden, es habe Ärger mit Müll und Sachbeschädigungen gegeben. Die Polizei habe sich aber gekümmert. Seit Oktober ist laut Hacker dort Ruhe eingekehrt. Sollte es dort wieder Ärger durch Ansammlungen geben, sei es durch Lärm, Müll oder Schäden, werde die Polizei eingreifen. Durch die entsprechende Beschilderungen habe sie auch eine klare Handhabe.


Phänomen der Zeit

Leider seien solche Autotreffs "ein Phänomen unserer Zeit", das man in Herzogenaurach an mehreren Stellen vorfinde, ergänzt der Bürgermeister. Da bleibe den Anwohnern nichts anderes übrig, als die Polizei um Hilfe zu bitten. Nicht der Parkplatz sei das Problem, schrieb Hacker an Wirth. Es seien vielmehr rücksichtslose Menschen.

Damit mag sich Wirth aber nicht zufrieden geben. Er verlangt, dass die Stadt als Betreiber reagiert und gegen solche Treffen vorgeht. Das von den Bürgern zu verlangen, könne nicht angehen. Er, Wirth, habe eine Schranken-Regelung für die Nacht vorgeschlagen. Diese sei vom Bürgermeister abgetan worden. Der formuliert es im FT-Gespräch anders. Das Parkdeck in der Nacht zu schließen, wäre widersinnig. Schon die Dauerparker hätten Anrecht, den ganzen Tag zu parken, meint Hacker.

Aber auch das Schild findet Wirths Kritik. Nach seiner Meinung ist es wirkungslos. Das sei so klein, dass man es nicht sehe, meint er. Und zum anderen treffe es nicht das Problem, da es nur auf das Obergeschoss verweise. "Was ist mit unten?"

Jedenfalls wolle er den Ärger vom Vorjahr nicht dulden. Auch werde er nicht laufend - wie im Vorjahr- selbst für Ruhe sorgen und die Polizei verständigen. Wirth: "Das ist nicht meine Aufgabe. Ich erwarte vom Betreiber ein Durchgreifen!" Im Übrigen habe er keinen Nutzen vom Parkdeck, ergänzt der Anwohner. Auf dem Obergeschoss würden die Mieter aus der Hauptstraße profitieren. Er aber müsse mitzahlen, dann wolle er wenigstens keinen Ärger.