Sie haben alle ein gemeinsames Ziel: Die Region Aischgrund weiter zu entwickeln. Der Verein Karpfenland Aischgrund bietet dazu die Plattform. Bürgermeister der Aischgrund-Gemeinden ebenso wie die maßgeblichen Köpfe aus Teichwirtschaft und Gastronomie hatten sich zur Hauptversammlung des Vereins Karpfenland Aischgrund im Hotel Acantus in Oberlindach versammelt. Neuwahlen und Berichte über die seit einem Dreivierteljahr von Profis geführte Tourismusoffensive standen an.
"Der Schritt in die Professionalität war der richtige Weg", stellte der Vorsitzende, Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) fest. Die in diesem Jahr ins Leben gerufene Incoming Agentur hat nach Brehms Worten bereits in der ersten Saison "sehr viel bewegt".
Der Verein kann sich freuen: Das Tourismus-Büro wird bis 2015 aus dem europäischen Topf gefördert. Dass die Agentur gute, ja hervorragende Arbeit leistet, bewiesen die Geschäftsführer Helmut Dresel und Sandra Hammer mit ihrer Präsentation. Zu Brehms Freude trug auch bei, dass der Aischtalradweg mit vier Punkten zertifiziert wurde.
Einziger Wermutstropen im Bericht des Vorsitzenden ist die noch nicht ausgestandene Steuerangelegenheit. "Verstehen werden wir das nie", sagte er. Sicher sei jedoch, dass der Verein künftig steuerpflichtig sei.
Hingegen gefiel es Brehm, dass sich mit Pommersfelden eine Gemeinde angeschlossen hat, die mit dem Schönborn-Schloss eine absolute Sehenswürdigkeit zu bieten hat. Eine andere Attraktion hat sich der Vorsitzende vorgenommen: Er möchte eine "Karpfenkapelle" bauen.
"Wenn Kommunen, Teichwirtschaft, Gastronomie und die Öffentlichkeit zusammenwirken, müssen wir nur noch die richtigen Schritte gehen", fand Martin Oberle, Leiter der Außenstelle für Teichwirtschaft. Er glaubt, aus dem EFF, dem Europäischen Fischereifonds, könnten Mittel für die Karpfenregion locker gemacht werden. Sogleich wurde die Vereinsvorstandschaft mit der Antragstellung beauftragt.
Dass die Gelder gut angelegt werden, zeigte der Bericht der Karpfenland-Travel-Geschäftsführer. Eine stolze Bilanz, die sie nach nur einer Saison vorweisen können. Presse- und Rundfunkberichte, Mitteilungsblätter der Mitgliedergemeinden dienten den Profis als Forum. Auf Messen in Berlin, Erlangen, Würzburg, Coburg, Nürnberg und vielen anderen Veranstaltungen machten sie den Aischgrund bekannt. Dankbar sind die Tourismus-Profis ihren Sponsoren. Ohne sie gebe es vieles nicht, beispielsweise keine Giveaways für die Messebesucher, sagte Sandra Hammer.
204 000 Besucher hatten im Berichtszeitraum die Karpfenland-Website und weitere 28 000 die von Karpfenland Travel angeklickt. Von den insgesamt 25 ausgebildeten Karpfenland-Reiseleitern stehen der Agentur fünf fest zur Verfügung. Die Touren und Buchungspakete reichen von Stadt- und Nachtwächterführungen über Wanderungen im Mohrhof, Nostalgiebus- und Kutschenfahrten über Touren durch den Aischgrund bis hin zu Weinbergerlebnissen, Brauereiführungen, Kräuterrundweg und "Bierstacheln".
Letzteres dürfte selbst für Kenner der Region totales Neuland sein. Löwenbräu-Chef Benno Wirth aus Neuhaus erklärte es gern: Beim Bierstacheln, einem von Schmieden übernommenen Brauch, werden glühende Metallstäbe ins Bier eingebracht, was einen leicht süßen, karamelartigen Geschmack erzeuge.
Seit Februar habe die Agentur 50 Aufträge ausgeführt, berichtete Sandra Hammer. Die Erfolgsquote nach Angebotserstellung liege bei 95 Prozent. Demnächst gehe die erste Broschüre "Ferienregion Karpfenland Aischgrund" in Druck. "Da muss ein Karpfen als Erkennungszeichen drauf", fand FW-Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt. Außerdem regte sie eine Wanderwege-App an. Ein Anliegen von Walter Jakob ist es, dass die gastronomischen Betriebe auch tatsächlich den Aischgründer Karpfen vermarkten. Dieser Punkt soll auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung kommen.

Unter der Leitung von Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) wurde die Vorstandschaft per Akklamation gewählt. Erster Vorsitzender ist wieder Gerald Brehm, seine Stellvertreter sind Walter Jakob und Peter Holzmann. Die Kasse führt Sandra Hammer, Schriftführer ist Helmut Dresel. Als Beisitzer arbeiten: Alexander Tritthart, Martin Oberle, Waldemar Schmidt und Thomas Müller-Braun. Die Kasse prüfen Gisela Binkowski und Horst Tunisch.