Reifen hätten sie schon oft quietschen hören, meint Burkhard Riedel vom Circus Henry. Neben dem Viermaster Zirkuszelt, dem kleineren Kartenzelt und ihren Wohnungen auf vier Rädern können Autofahrer wie Fußgänger von der Aischbrücke aus einige der Zirkustiere im Freilaufgehege betrachten.

In der 100-minütigen Zirkusshow spielen die Tiere eine Hauptrolle. Schon zu Beginn der Vorstellung spitzt eines der mongolischen Steppenkamele durch den Vorhang der Manege, während Zirkusdirektor Georg Frank die kleinen und großen Zuschauer begrüßt. Vier Wüstenschiffe bestreiten im Anschluss die Eröffnungsnummer der Show. Insgesamt 80 Tiere hat Zirkusfamilie Frank mit nach Höchstadt gebracht. Darunter sind jedoch keine Wildtiere, sondern nur solche, die in ihren Heimatländern als Nutztiere eingesetzt werden, wie Riedel erklärt. Neben Kamelen gehören Lamas, Pferde, Wasserbüffel, ungarische Steppenrinder, eine Eselgruppe und viele weitere zum Programm.

202 Jahre im Zirkusgeschäft

"Wenn ich pfeife, kommt ein Esel herein", verkündet Clown Beppo vergnügt. Aber kein echter Esel stürmt daraufhin die Manege, sondern der aufgebrachte Zirkusdirektor. Die Showeinlage in der Tradition der italienischen Commedia dell'arte ist bereits über 300 Jahre alt und passt zum altgedienten Zirkus. Bereits seit 202 Jahren ist dieser ununterbrochen auf Tournee. Alles sei immer in der Familie geblieben, berichtet Riedel. So sei der Zirkus mittlerweile in der Hand der siebten Generation der Familie Frank. Die 28 Mitglieder des Circus Henry sind allerdings nicht nur als Artisten im Einsatz, sondern kümmern sich auch um die Tiere, die Ausbildung des Nachwuchses und die Logistik hinter den Kulissen. "Wenn sie genau hinschauen, werden sie entdecken, wie vielseitig jeder eingesetzt ist", verspricht Riedel. Kurz darauf wechselt auch schon einer der Musiker in die Manege.

Während so manches Tier den Boden des Zirkuszeltes aufwirbelt, geht es für einige Artisten in luftige Höhen. Ob am Seil oder auf einer Stuhlpyramide, die auf einem Fuß aus handelsüblichen Wassergläsern besteht, zeigen die Künstler ihr akrobatisches Geschick. Wer den Zirkus noch erleben möchte, hat dazu täglich ab Donnerstag, 3. April, um 16 Uhr Gelegenheit. Die Abschlussshow am 6. April beginnt bereits um 11 Uhr.