"Ob da überhaupt Leit kumma?", fragten sich Elisabeth Ort und Regina Baumgärtner alias Trampel & Schnößl eine Stunde vor dem Beginn von "Ein Abend voll Buntes" in der Weisendorfer Mehrzweckhalle. Die Idee wurde im Amt für Freizeit und Kultur geboren und Gudrun Reiß fand in den beiden Weisendorfer Kabarettistinnen sofort Unterstützung. "Mir schwebte schon lange ein Abend mit Hobbykünstlern aus Weisendorf vor", erzählte Regina Baumgärtner und hielt den ersten Besuchern die Tür auf. Die beiden Kabarettistinnen standen nicht nur selbst auf der Bühne, sondern führten mit Witz und Charme durch das Programm.
Unterstützt wurden sie dabei von der Putzfrau (Susan Hartinger) der Mehrzweckhalle, die mit ihrem Besen sächselnd durch die Halle kehrte, um auch das letzte Staubkorn zu finden. Sie stellte sich als "Raumkosmetikerin" vor, kehrte durch die Halle, schüttelte Hände und machte mit dem Publikum einen "Warm-up", übte den Beifall und lachende Gesichter.
Den ersten großen Beifall gab es dann für die Weisendorfer Kisi-Kids die mit flotten Liedern den Abend eröffneten. Das von der Putzfrau befohlene lachende Gesicht konnten die Besucher gleich beibehalten, denn der Auftritt von drei Arbeitsbienen sorgte immer wieder für Lacher. Die jüngste von ihnen wollte nicht einsehen, dass sie Honig sammeln soll, den sich die Menschen aufs Brot schmieren. Schließlich ließ sie sich mit einem Lied überzeugen und gliederte sich auch in die christliche Gemeinschaft ein. Musikalisch ging es gleich weiter, Karl Kaiser ließ die Stimmung mit seinem Akkordeon und fränkischen Volksliedern nicht abreißen.


Begeistertes Publikum

Der Alleinunterhalter wurde vom Team X im glitzernden Kostüm abgelöst. Monika Lehner-Kranzfelder und ihr Team wirbelten zur Tatort-Musik mit einem Agenten-Mix über die Bühne. Der Aufforderung der Putzfrau, viel zu klatschen, hätte es schon vom ersten Programmpunkt an nicht mehr bedurft. Die Besucher klatschten, trampelten, pfiffen und quittierten die gekonnten Darbietungen mit Bravorufen.
Blechragout begeisterte zu Beginn mit Ohrwürmern aus den 20er Jahren, und bei "The Entertainer" und "Strangers in the Night" flippte die Halle geradezu aus. Auf der Bühne wurde eine Wurst-Theke der Metzgerei Zimperlein aufgebaut und Trampel fuchtelte mit einem großen Messer vor dem Gesicht von Schnößl herum. Der Preuße wollte eine Brotzeit kaufen und kam der Verkäuferin Trampel gerade recht. Statt einer Brotzeit gab es erstmal eine Lektion in Fränkisch. So fahre man nach Neistadt nauf, nach Erlang no, nach Höchstadt nieber und nach Herziaura nei. Natürlich verstand der Preuße Schnößl nur Bahnhof und wunderte sich über die seltsame Sprache in Weisendorf.
Mit Pippette (Maike Jansen) und Pišta (Stefan Ferencz) wurde eine weitere Attraktion angekündigt. Die beiden Clowns, Meister der Mimikund Gestik, nahmen das Publikum mit auf eine rasante Autofahrt, und einige Szenen hatten schon was Magisches an sich. Das Publikum war begeistert, das sind auch die kranken Kinder in den Krankenhäusern, wenn die Klinik-clowns in fränkischen Krankenhäusern unterwegs sind. Der Erlös des Abends ging auch an das Clownprojekt Fürth. Am Ende des Abends strahlten nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Mitwirkenden. "Der Abend war subber, und das, obwohl er fast vier Stunden gedauert hat", freuten sich Regina Baumgärtner und Elisabeth Ort.