Bereits 4250 Gesellschafter kann die Firma Wust - Wind und Sonne für 73 Windkraftanlagen verzeichnen. Die Bürger beteiligen sich an einer Windkraftanlage insgesamt in einer Höhe von 25 Prozent, während die Bank die restlichen 75 Prozent der Finanzierung übernimmt. Dasselbe Prinzip wurde nun am Donnerstagabend im Gasthaus "Zur Sonne" in Lonnerstadt für die gemeindefreie Zone Birkach vorgestellt.
Dort sollen ab Februar zwei Windkrafträder gebaut werden, die von Bürgern mitfinanziert werden sollen. Das Gebiet eignet sich laut Stefan Paulus, Geschäftsführer von WWS Projektbau, deshalb gut, weil vor allem der Mindestabstand von 2120 Metern zu den angrenzenden Häusern gewährleistet sei.


"Schall ist kein Thema mehr"

"Durch die großen Abstände sind Schall und Schatten eigentlich kein Thema mehr", sagt Paulus. Weiter erklärt er: "Man muss davon ausgehen, dass man die Anlagen nicht mehr hört." Außerdem gebe es laut Paulus, keine Beschattung auf ein Wohngebäude.
Bereits am 19. Dezember des vergangenen Jahres hat das Unternehmen dafür die Baugenehmigung erhalten. Allerdings muss die Firma beim Bau verschiedene Kriterien erfüllen. "Wir halten die Rodungsfläche möglichst klein", erklärt Paulus. Durch den Aufbau und den Kran sei man gezwungen, einen Teil des Waldes zu roden. Allerdings muss die Hälfte der rund 1,2 Hektar großen abgerodeten Fläche laut Baugenehmigung wiederhergestellt werden.
Der Projektleiter und Gründer der Firma Wust - Wind und Sonne, Erich Wust, stellt aber auch die Nachteile des Standortes heraus. "Uns ist bewusst, dass wir hier nicht die allerbesten Windstandorte haben", erklärt er. Trotzdem habe man bereits Erfahrung in der Region. Man versucht deshalb, den Nachteilen entgegenzuwirken. "Die Höhe macht's", sagt Wust, weshalb man eine Nabenhöhe von 149 Metern wählt. Doch auch die Rotorblätter seien von großer Bedeutung: "Die Erfahrung zeigt: desto größer der Rotordurchmesser, desto größer die Energiegewinnung", so der Firmengründer. Bei den geplanten Windrädern werden Blätter mit einem Durchmesser von 126 Metern verbaut.


Mindestsumme 5000 Euro

Um das Projekt gemeinsam mit den Bürgern zu ermöglichen, wird das sogenannte Zwiebelschalenprinzip angewandt. Wer also in der näheren Umgebung rund um das Gebiet Birkach wohnt und investieren möchte, wird bevorzugter behandelt als jemand, der hunderte Kilometer entfernt seinen Wohnsitz hat. Ab 5000 Euro kann man einsteigen und sich einen Anteil der 25 Prozent sichern.
Insgesamt will die Firma 2,38 Millionen Euro von den künftigen Gesellschaftern einsammeln. Doch Wust erläutert: "Derjenige, der sich der Sache nicht sicher ist: bitte Geldbeutel stecken lassen." Rund 100 Interessenten gibt es demnach, die sich für dieses oder ein ähnliches Projekt interessieren und investieren möchten.