Gleich neun Tagesordnungspunkte zur Bauleitplanung auf der Herzo Base mussten im Planungsausschuss behandelt werden. Die Adidas Group plant die Erweiterung ihrer Zentralverwaltung in Herzogenaurach. Hierzu werden in erster Linie Büroflächen in größerem Umfang benötigt. Laut Verkehrsgutachten werden in der "World of Sports" bis zu 6300 Arbeitsplätze entstehen, die allerdings zum Teil aus anderen Standorten in Herzogenaurach verlagert werden.

Für die bauliche Entwicklung liegt ein firmeninterner Masterplan vor, der seit 1999 auf Basis eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs laufend fortgeschrieben wurde.

Beim Flächennutzungsplan ging es um die Entwicklung der (Campus-) Flächen im Süd-Osten und Nord-Westen der bestehenden "World of Sports" und insbesondere um die Stellungnahmen aus der öffentlichen Auslegung und die Stellungnahmen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange. Ebenfalls behandelt wurden Bebauungsplan Nr. 56 und Nr. 57 "Herzo Base Gewerbegebiet World of Sports - Nordwest" und "Gewerbegebiet World of Sports - Südost", die Änderungen des Flächennutzungsplanes sowie die beiden Bebauungspläne wurden einstimmig als Satzung beschlossen.

Keine wesentlichen Änderungen

Über 200 Seiten umfassten die Stellungnahmen und Beschlussvorschläge zum Gewerbegebiet "World of Sports". Wesentliche Änderungen wurden nicht veranlasst, zum Teil Hinweise zur Kenntnis genommen und die Hinweise bereits bei der vorgehenden Auslegung umfangreich berücksichtigt, wie die Leiterin des Planungsamtes, Anja Wettstein, dem Ausschuss berichtete.

Bei den Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit gründeten die Einwendungen insbesondere auf die Zunahme des Verkehrslärms. Im Zusammenhang mit dem Immissionsschutz wird der Stadt vorgeworfen, dass offenkundig Planungsmängel und Planungsfehler der Stadt dem Bürger aufgelastet werden, ohne sich Gedanken zu machen, wie diese Mängel ausgeglichen werden oder gemildert werden können. Wie Bürgermeister German Hacker und Anja Wettstein ausführten, wurden Gutachten zu allen planungsrelevanten, fachlichen Aspekten, insbesondere zu den Themen, Verkehr, Immissionsschutz und Umweltschutz erstellt und im Umweltbericht zum Bebauungs- und Flächennutzungsplan integriert.

Die möglichen Auswirkungen der Planung auf die wohnbauliche Nutzung sowie weitere Nutzungsinteressen seien sorgfältig geprüft und bereits im letzten Verfahrensschritt abgewogen worden. Wie dort dargelegt worden sei, könne keine Verletzung der gesundheitlichen Integrität des Bürgers gesehen werden.

Die Einwender forderten auch Verkehrsbeschränkungen in der Rathgeberstraße, nach Auffassung der Stadt sind die aber nicht Teil des Bauleitplanverfahrens.

Des Weiteren verweist die Stadt darauf, dass es sich bei dem Vorhaben um eine Weiterentwicklung und eine geplante Zusammenführung von Einrichtungen der Adidas Group an dem bestehenden Standort der Konzernzentrale im Stadtteil Herzo Base handelt. Somit werde gewährleistet, dass das Unternehmen auch in Zukunft zur nachhaltigen Sicherung der Arbeitsplätze und Einnahmesituation der Stadt beitragen kann. Dies stelle ein grundlegendes öffentliches Interesse dar und diene nicht allein einem Einzelunternehmen.

Zudem befinden sich die Flächen weitgehend im Zugriff der Adidas Group und wurden für die Erweiterung des Standorts zum Teil (B-Plan Nr. 57) aus dem Flächennutzungsplan heraus entwickelt. So kommen auch alternative Flächen an einem anderen Ort für eine Weiterentwicklung des Standortes in erster Linie aus verkehrlichen, ökologischen und damit allgemeinen städtebaulichen Gründen nicht in Frage.

Vogelschützer protestieren

Massive Einwendungen kamen vom Landesverband für Vogelschutz, insbesondere zur Ausgleichsfläche auf dem Gebiet der Gemeinde Langensendelbach. Rund 2,3 Hektar Ausgleichsfläche werden in Langensendelbach entstehen. So stelle die geplante Aufforstung einen ganz erheblichen Eingriff in den Naturhaushalt dar und zerstöre Lebensräume von Feldlerche, Baumpieper sowie von Rebhuhn und Heidelerche.

Es gebe in Langensendelbach unweit der überplanten Flächen einen Rinderhalter, der seine Tiere nahezu ganzjährig draußen hält. Statt die Ackerflächen aufzuforsten, sollte hier eine Umwandlung in Grünland erfolgen, eine Bepflanzung stattfinden (mehrere Dornhecken, einzelne kleinere Bäume), Anlage kleiner Tümpel (für Gelbbauchunken die dort im Umfeld vorkommen), eine Zäunung, und die Flächen mit den Tieren des Rinderhalters extensiv beweiden lassen. Dadurch würde ein echter Gewinn für den Naturhaushalt erfolgen.

"Gnadenlos auf billig gemacht"

"Sowohl die Firma Adidas wie auch die Stadt Herzogenaurach könnten zweifellos für die Kosten aufkommen - wenn sie wollten!", so der Landesverband. "Stattdessen wird hier jedoch gnadenlos ,auf billig gemacht', was in doppeltem Maße auf Kosten der Natur geht", so am Ende der Vorwurf.