Der "Ervus" ist nach ihren Worten ein bei ihnen gebräuchlicher Gruß und besteht aus der Spanne zwischen Daumen und Zeigefinger. 19,53 Zentimeter lang ist also diese Spanne bei dem, der gemessen hat, rechnet man die Angabe des Feuerwehr-Vereinsvorsitzenden Jochen Kleetz um. Kleetz hatte nämlich 25 Meter angegeben - doch das erschien den fröhlichen Burschen wohl zu gewöhnlich. "Wir sind Bucher und wir haben in Ervus gemessen", so Sven und Lukas stolz. Die Feuerwehr hat die Kerwa organisiert.

Aufgestellt haben die jungen Männer den Baum jedenfalls ohne Probleme. "Das freut mich besonders", sagt Kleetz hierzu, "heuer sind nämlich vorwiegend junge Burschen dabei, die das zum ersten Mal machen. 10 bis 15 Nachwuchsfeuerwehrleute haben sich angemeldet zum Mitmachen. Man sollte sie ja nicht nur zum ehrenamtlichen Dienst ausbilden - auch das Bewahren der alten Bräuche können sie so lernen."

Erst wählen, dann auf die Kerwa

Die Zuschauer sahen der Arbeit der Burschen mit Begeisterung zu - nicht zuletzt auch die Senioren, die vor der Aktion traditionsgemäß zu Kaffee und Kuchen von der Gemeinde eingeladen worden waren. Bürgermeister Waldemar Kleetz (CSU) begrüßte sie gewohnt herzlich, wenn auch, wie er gerne zugab, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Bucher Kerwa ist nämlich die letzte, in der er als Gemeindeoberhaupt die wichtigen Aufgaben als Gastgeber zur Kaffeerunde und den am Abend erfolgten Bieranstich wahrnahm. Bei den nächsten Wahlen tritt der seit 18 Jahren in der Kommunalpolitik Tätige nicht mehr an.

Sein Nachfolger wird dann in Zukunft bei den Kirchweihen in Gremsdorf und eben auch in Buch an seine Stelle treten. Dass der Bucher Kerwasonntag mit Frühschoppen, fränkischem Mittagstisch im Kapellengarten oder Festzelt und Live-Musik am Abend zufällig heuer mit dem Bundestagswahlsonntag zusammenfiel, war nach den Worten von Feuerwehrmann Michael kein Schaden. Er arbeitete auch als Wahlhelfer und machte seinen Buchern deutlich: "Bier auf der Kerwa gibt es erst, wenn ihr gewählt habt." Ob diese Maxime streng befolgt wurde, möge dahingestellt sein - aber Spaß muss auf der Kirchweih schließlich erlaubt sein.

Über das Wetter konnten sich die Bucher nicht beklagen. Es wurde von Tag zu Tag besser, und so stand der fröhlichen Gemeinsamkeit nichts im Wege.