Knapp zwei Wochen nach dem Badeunfall am Kleinsendelbacher See hat die Kriminalpolizei Bamberg ihre Suche nach Zeugen weitestgehend abgeschlossen. "Die Ermittlungen laufen aber noch", sagt Jürgen Stadter vom Polizeipräsidium Oberfranken. Inzwischen sei die Obduktion des vierjährigen Jungen abgeschlossen, der im See ertrunken war.

Der Bub, der aus Münchaurach (Kreis Erlangen-Höchstadt) stammte, war am Samstag, 4. Juli, am Kleinsendelbacher Badesee verschwunden. Er hatte dort gemeinsam mit seiner Familie den Baggersee besucht. Über 100 Rettungskräfte suchten den Uferbereich und die umliegenden Wälder und Wiesen ab, bis ihn Taucher der Berufsfeuerwehr Erlangen schließlich leblos im kleineren nördlichen See fanden. Alle Reanimationsmaßnahmen schlugen fehl.

Zeugensuche mit Plakaten

Um den Unfallhergang zu rekonstruieren, sprach die Kriminalpolizei deswegen gezielt Besucher des Badesees an - in der letzten Woche wurden entlang der Liegeflächen mehrere Aushänge gemacht. Die Plakate der Polizei suchten speziell nach Badegästen, die sich an besagtem Samstag zwischen 18 und 21 Uhr auf der Liegewiese hinter dem Durchgang aufgehalten hatten.

Der Aufruf zeigte Wirkung. Wie Jürgen Stadter vom Polizeipräsidium bestätigt, hat die Kriminalpolizei Bamberg inzwischen einige Meldungen von Zeugen erhalten. Durch Befragungen und eigene Ermittlungen hätten die Beamten genug Informationen, die nun noch ausgewertet werden müssten. Die Ermittlungsergebnisse sollen bald kommuniziert werden.


Info: Kleinsendelbacher Baggersee

Im Gelände des ehemaligen Sandabbaugebietes befinden sich drei Seen: der Badesee (auch Dormitzer See genannt), der etwas kleinere Kleinsendelbacher See (Baden verboten) und noch ein ganz kleiner See (Rentnersee genannt).