Kurz nach 9 Uhr wird es ernst. Die rot-weißen Absperrschilder werden an Ort und Stelle gebracht. Wo sie so schnell nicht mehr wegkommen. Während Autofahrer und Schulbusse vorher noch ohne Probleme über die Aischbrücke kamen und den Umleitungen ein letztes Mal entkommen sind, gibt es jetzt kein Durchkommen mehr. Eine der Hauptverkehrsadern in Höchstadt pausiert für eine lange Zeit. Die Vollsperrung hat offiziell begonnen.

Nur einige Fußgänger und Radfahrer nutzten auch nach der Sperrung noch einmal die vermutlich letzte Gelegenheit, die Brücke zu überqueren. Das war am Montag noch problemlos möglich. Denn der Abriss der Aischbrücke selbst stand noch nicht auf dem Programm. Erst müssen noch ein paar Vorarbeiten geleistet werden, bevor es dem "Sorgenkind" des Staatlichen Bauamts an den Kragen geht.

Das befürchtete Verkehrschaos rund um die Brücke blieb zumindest gestern aus. Die Polizei Höchstadt war zur Mittagszeit zwar an der Spitalstraße in Höchstadt, um den Verkehr zu beobachten und gegebenenfalls zu regeln - Rückstaus bildeten sich allerdings nicht. Trotz der vielen Schulbusse, die zu dieser Zeit die schmale Engstelle an der Spitalkirche passieren müssen. Andreas Hänjes vermutet, dass das Dienstag früh schon anders sein könnte. "Da schauen wir uns nochmal die Spitalstraße an", sagt er.

Auch in der Brückenstraße in Gremsdorf waren er und sein Kollege Wolfgang Pflügner am Montag Nachmittag vor Ort, um den ersten Feierabendverkehr im Auge zu haben. Dort sah die Lage schon etwas anders aus. Mehrere Autofahrer wollten scheinbar die Schönwetterstraße meiden und fuhren über die Brückenstraße hinter dem Landgasthof Scheubel. In beiden Richtungen kam es zu kleineren Rückstaus. "Hier ist schon deutlich mehr los", fanden auch Hänjes und Pflügner. Sie empfehlen, die Hinweisschilder nun auch dort aufzustellen.

Auf der Aischbrücke wurden derweil zunächst die Straßenlampen abgestellt und mithilfe von einem Bagger aus der Erde gehoben. Als Nächstes wird das Geländer und der Gehsteig entfernt. Die Abbruchfirma Plannerer aus dem oberpfälzischen Pullenreuth wird ihr Lager auf der Aischflutbrücke ein. Wann die Brücke genau abgerissen wird, wird sich dann vermutlich heute im Laufe des Tages entscheiden.

Der Parkplatz auf den Aischwiesen kann auch während der Bauphase über eine provisorisch angelegte Zufahrt kurz nach dem Karpfenkreisel genutzt werden. Beidseitige Halteverbote sind in der Großen Bauerngasse vorgesehen. Der neu angelegte Behelfsweg für Fußgänger und Radfahrer, der bei Auto Schmidt beginnt, wird von den Straßenlampen auf der Aischflutbrücke angeleuchtet. "Wir haben die Köpfe extra gedreht, damit es auf dem Weg nicht dunkel wird", informiert Franz Schmaußer vom Staatlichen Bauamt.

Auf einen dortigen Hochwassersteg musste verzichtet werden. "Das Wasser würde sich sonst stauen. Fußgänger und Radfahrer können in diesem Fall die Aischflutbrücke nutzen", erklärt Schmaußer.