Als "Vermittlerin zwischen Gott und der Gemeinde" stellte Pfarrer Jens Arnold seine neue Religionspädagogin Birgit Gräter der evangelischen Kirchengemeinde in Neuhaus vor. In einem Festgottesdienstes in der örtlichen St.-Matthäus-Kirche wurde sie am Sonntag offiziell in ihren Dienst eingeführt.
Ab sofort wird die 48-Jährige eine halbe Stelle besetzen. Sie war der Kirchengemeinde nach dreijährigem Ringen in diesem Herbst endlich zugesprochen worden, wie Arnold berichtet. Birgit Gräter soll sich nun unter anderem um ökumenische Projekte, die Organisation von Kinderbibeltagen sowie die Konfirmandenbetreuung kümmern. Weiter wird sie für Familien- und Kleinkindergottesdienste im Einsatz sein. Die Gemeinde Adelsdorf möchte sie dabei so schnell wie möglich besser kennenlernen.
Bislang war Gräter, die seit 20 Jahren in der Region zu Hause ist, nämlich in Höchstadt tätig. Vor zwei Jahren wurde ihre Stelle in der dortigen Kirchengemeinde jedoch gestrichen, sodass sich die dreifache Mutter vorübergehend ausschließlich auf den pädagogischen Aspekt ihrer Arbeit konzentrierte. Am Höchstadter Gymnasium sowie in der dortigen Real- und der Mittelschule hat sie einen festen Platz im Lehrerkollegium - und das auch weiterhin. Ihre Arbeit an den Schulen möchte die Religionslehrerin nämlich nicht missen. "Beide Tätigkeitsfelder lassen sich gut verbinden. Im Unterricht lerne ich die Kinder und Jugendlichen gut kennen. Das hilft mir bei der Gemeindearbeit dann ungemein", berichtet die Höchstadterin aus ihrer bisherigen Erfahrung.
Für den feierlichen Einführungsgottesdienst hatten sich Gräters Weggefährten dann einiges einfallen lassen. Renate Tallon vom Dekanat in Bamberg beispielsweise ist eine langjährige Freundin der neuen Neuhauser Gemeindepädagogin und berichtete über ihre gemeinsame Berufserfahrung in Form einer "Gebrauchsanweisung". Ähnlich wie ein Hybridauto sei auch Birgit Gräter "universell einsetzbar" und damit heutzutage ein echtes "Exklusivmodell". Zudem gestand sie, nur äußerst ungern 50 Prozent einer "super Kollegin" abzugeben. Religionskräfte seien nämlich inzwischen eine wahre Rarität.
Als Höhepunkt der Feierstunde erbat die stellvertretende Dekanin, Pfarrerin Karola Schürrle, den Segen Gottes für die neue Kirchenkraft und übergab ihr einen symbolträchtigen Weinstock. Willkommen geheißen wurde Gräter auch vom Kirchenvorstand, der Zweiten Bürgermeisterin Jutta Köhler (SPD), dem Neuhauser Posaunenchor und der Gruppe Oktave, welche den Gottesdienst musikalisch begleiteten, sowie der kompletten Kirchengemeinde bei einem anschließenden Empfang im alten Feuerwehrhaus.