Fast genau vor einem Jahr weilte eine irische Delegation aus der Partnerstadt Castlebar in Höchstadt. Am vergangenen Sonntag trafen wieder vier Vertreter des Mayo County Councils (Grafschaftsrat) unter Führung von Blackie Gavin, dem Stadtmanager und Chef der Bezirksverwaltung, in Höchstadt ein.
Lisa Chambers, Michael Kilcoyne und Paddy Mahon begleiteten ihn und alle waren wieder einmal begeistert von der Höchstadter Gastfreundschaft. Bürgermeister Gerald Brehm (JL) verriet der Delegation bei einem Besuch im Rathaus, dass John Condon beim Neujahrsempfang am 10. Januar 2016 mit der Ehrenspange der Stadt Höchstadt ausgezeichnet wird. Er gab Blackie Gavin die offizielle Einladung mit der Bitte mit, dass Condon auch tatsächlich zu diesem Ehrentag nach Höchstadt kommen soll. Er ist einer der Mitbegründer der Partnerschaft.
Da die Gruppe diesmal besonders an den Höchstadter Radwegkonzepten interessiert war, schloss sich eine einstündige Autotour durch Höchstadt an. Es war eine "Blitztour", denn der Bürgermeister stand unter Zeitdruck, und das irisch-launische Regenwetter verführte absolut nicht zum Aussteigen. Man erkundete die Radwege und besuchte die Kita Regenbogen, die erst am Samstag eingeweiht worden war. Dann ging es weiter an Freibad, Eishalle und Kläranlage vorbei zum Kellerberg. Die Mittelschule und das Gymnasium lagen auf dem Weg, und Brehm machte nur kurze Erklärungsstopps.
Die 29-jährige Lisa Chambers ist die jüngste Kreisrätin. Von Beruf ist sie seit 2011 "barrister" (Rechtsanwältin) und im nächsten Jahr kandidiert sie für ihre Partei Fianna Fáil, (die zweitgrößte Partei im Parlament) für den Dáil (das Nationalparlament). Seit Mai 2014 ist sie Abgeordnete im County Council. "Höchstadt ist eine booming town", meinte sie begeistert. "Überall stehen Kräne und Neubauten, und die Radfahrwege sind genial."
Nach dem Mittagessen ging es weiter zur Feuerwehr. Kreisbrandmeister Dieter Püttner, in Castlebar kein Unbekannter, stellte die Höchstadter Feuerwehr vor und verglich sie mit der von Castlebar. In Irland gibt es keine Freiwillige Feuerwehr, und es war für die Gäste eine beeindruckende Erfahrung zu hören, was die Freiwilligen alles ohne Bezahlung leisten. "Das deutsche Feuerwehrsystem fußt auf einer langen Tradition, und so ist es nicht einfach, dies in ein anderes Land zu übertragen", erklärte Püttner den Besuchern.
Am Spätnachmittag fuhren die Gäste mit Dagmar Wennmacher, der Vorsitzenden des Freundeskreises Castlebar, nach Erlangen, informierten sich auch da über die Fahrradwege der fahrradfreundlichen Stadt und bummelten über den Weihnachstmarkt.
Am Abend trafen sie sich mit einigen Freunden der Partnerschaft zum Essen. Dagmar Wennmacher überreichte Blackie Gavin einen Scheck über 500 Euro für die Stadt Castlebar, zu verwenden für einen guten Zweck. "Ihr habt in diesem Jahr ganz großzügig die drei Reisegruppen der Pfarreien Adelsdorf/Aisch/Röttenbach, die 20-köpfige Schülergruppe aus Höchstadt und die Gospelvoices aus Baiersdorf bewirtet und verwöhnt, habt sie ins Theater und zum Mayotag eingeladen. Dies soll ein kleines Dankeschön sein."