Der Samstag - der zehnte Bergtag - bescherte den Einsatzkräften der Polizei den arbeitsintensivsten Tag. Insgesamt mussten von den Beamten in 24 Stunden knapp 50 Strafanzeigen aufgenommen werden. Neben 16 Körperverletzungen wurden drei Widerstände gegen Polizeibeamte und sechs Trunkenheiten im Verkehr bekannt.

Bereits am frühen Abend war der "Berg" sehr gut besucht, so dass gegen 20 Uhr nach Rücksprache mit den Verantwortlichen der Stadt Erlangen der Zustrom über die Bergstraße gesperrt wurde und der Berg dann bis 22 Uhr nur über die Rathsberger Straße erreichbar war.


Mit Messer geworfen - Frau am Auge verletzt

Am Festgelände selbst kam es im Laufe des Samstages zu 10 Körperverletzungsdelikten. So warf ein mit 2,24 Promille deutlich angetrunkener Bergbesucher eine Tüte mit einem Brotzeitmesser rücklings in die Menschenmenge auf einen Bierkeller. Das gefährliche Wurfgeschoss traf dabei eine junge Frau im Gesicht, die in der Nähe des Auges eine Schnittverletzung erlitt, die durch das BRK versorgt werden musste.


Streit um Bierkrug eskaliert

Kurze Zeit später kam ein französischer Bergbesucher mit einem Kellner im Bereich der Bierkeller wegen eines Bierkruges in Streit. Der hinzugerufene Sicherheitsdienst des Kellers konnte die Situation vor Ort nicht lösen, so dass Beamte der Bergwache hinzugerufen wurden. Noch vor Eintreffen der Polizeibeamten schlug der Bergbesucher einen Sicherheitsmitarbeiter. Auch gegenüber den eingesetzten Beamten zeigte sich der Mann äußerst aggressiv und trat gegen einen Beamten. Im weiteren Verlauf wurden zwei Beamte leicht verletzt; nach seiner Ausnüchterung und Zahlung einer Geldstrafe wurde der Mann am nächsten Tag wieder aus dem polizeilichem Gewahrsam entlassen.


Mit Bierkrug ins Gesicht geschlagen

Gegen 21 Uhr wurde im Bereich des sog. "T" ein 24-Jähriger aus Forchheim im Gedränge gegen bislang unbekannten Mann gedrückt. Dieser schlug daraufhin unvermittelt dem 24-Jährigen zwei Mal mit dem Maßkrug ins Gesicht, so dass der 24-Jährige eine tiefe Schnittwunde an der Augenbraue und der Nase erlitt. Zudem wurde ihm durch den Schlag ein Stück eines Schneidezahnes ausgeschlagen. Dem Täter gelang trotz der sofort eingeleiteten Fahndung die Flucht. Der 24-Järige musste in der Notaufnahme der Uniklinik ärztlich versorgt werden.


Studentin verletzt

Ebenfalls im Gedränge im Bereich der Keller wurde eine junge Studentin von bislang zwei unbekannten Männern grundlos geschlagen und zu Boden geschubst. Die junge Frau erlitt dadurch Schürfwunden an den Knien, Händen und leichte Verletzungen im Gesicht.


Reizende Flüssigkeit in Menschengruppe gesprüht

Kurz nach 22 Uhr wurde eine Streifenbesatzung zur Leo-Hauck-Straße beordert. Dort wurden Busfahrgäste aus einer Gruppe von jungen Männern mit einer bislang unbekannten Flüssigkeit besprüht, die schlagartig starke Augenreizungen sowie Reizhusten verursachte. Das Motiv für diesen Angriff lag wohl in einer vorangegangenen Streitigkeit zwischen zwei Gruppen. Insgesamt wurde sechs Personen leicht verletzt und dem Rettungsdienst übergeben. Im Zuge der Fahndung konnte ein 26-jähriger Erlanger festgestellt werden, der nach Zeugenaussagen wohl an der Tat beteiligt war. Die Ermittlungen zu den Mittätern wurden aufgenommen.


Unbelehrbarer Maßkrugdieb

Neben diesen Gewaltdelikten, die wohl überwiegend auf den erhöhten Alkoholkonsum zurückzuführen sind, kam es auf dem Festgelände auch zu mehreren Diebstählen. Ein dreister Maßkrugdieb zeigte sich unbelehrbar. Um 20.45 h versuchte ein 22-Jähriger aus dem Landkreis Fürth zwei gefüllte Bierkrüge vom Tablett einer Bedienung zu stehlen. Dies konnte von der Bedienung verhindert werden. Gut zwei Stunden später stahl der Mann bei einer anderen Bedienung wieder zwei voll Maßkrüge. Diesmal wurde er vom hinzugerufenen Sicherheitsdienst festgehalten. Ihn erwartet nun trotz seiner erheblichen Alkoholisierung von 1,54 Promille ein Strafverfahren wegen Diebstahls.


Diebstahl aus Kasse

Bei der Pfandrückgabe an der Bergstraße versuchte ein 17-jähriger aus dem Landkreis Forchheim aus der Kasse Geld zu stehlen. Mit einem flinken Griff entnahm er aus der Kasse 6 Zehn-Euro-Scheine und wollte flüchten. Daran wurde er von zwei Zeugen gehindert, die ihn bis zum Eintreffen der Polizei festhielten.


Diebesgruppe

Gegen 21.00 Uhr wurde ein Bergbesucher vermutlich Opfer von Taschendieben. Nachdem der 42-jährige Mann das Riesenrad verlassen hatte, wurde er unvermittelt von mehreren Männern umringt, die mit ihm gemeinsam ein kurzes Stück des Weges zurücklegten. Etwa fünf Minuten später bemerkte der Mann, dass unbekannte Täter seinen Geldbeutel mit insgesamt rund 250 € Bargeld aus der rechten Gesäßtasche gezogen hatten.


Straßensperren bis 4 Uhr

Nachdem die Budenstraße und die Keller ihren Betrieb eingestellt haben, verlagerte sich das Geschehen bis in die frühen Morgenstunden in die Innenstadt. Die Verkehrssperren in der Innenstadt mussten auf Grund des hohen Besucheraufkommens von 23.00 bis 04:00 Uhr aufrechterhalten werden. An den anderen Tagen wurden die Straßen nur bis gegen 2:00 Uhr gesperrt. Am Martin-Luther-Platz hielten sich zeitweise über 1.000 Personen auf, so dass auch für Fußgänger kein Durchkommen mehr war. Die Stimmung war sehr ausgelassen und überwiegend friedlich.

So mussten durch die Einsatzkräfte insgesamt fünf Körperverletzungsdelikte und eine Widerstandshandlung gegen einschreitende Polizeibeamte aufgenommen werden


Betrunkener schlägt nach Polizeiwagen

Der Widerstandshandlung war gegen 2:30 Uhr eine versuchte Sachbeschädigung vorausgegangen. Ein 24-jähriger Erlanger, der mit 1,24 Promille alkoholisiert war, hielt zunächst einen Streifenwagen im Bereich der Fußgängerzone an und schlug unvermittelt gegen das Fahrzeug. Nachdem der Mann den Beamten durch eindeutige Gesten verdeutlichte, dass er ihnen die Kehle durchschneiden werde, sollten seine Personalien festgestellt werden. Gegen diese Maßnahme setzte sich der Mann mit Schlägen und Tritten zur Wehr, so dass in Gewahrsam genommen werden musste. Hierbei wurde ein Beamter am Finger verletzt; eine weitere Beamtin erlitt Schürfwunden am Knie. Beide Beamten konnten ihren Dienst fortsetzen.


Schlägereien wegen Alkohol

Bei den restlichen Körperverletzungen trugen die Geschädigten leichte Verletzungen davon; in allen Fällen gingen verbale Auseinandersetzung voraus, die auf Grund der deutlichen Alkoholisierung der Beteiligten aus dem Ruder liefen und in körperliche Tätlichkeiten mündeten. Alle Beteiligten wurden nach Feststellung ihrer Personalien, Tatbeteiligung und dem Alkoholisierungsgrad wieder aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen.

Darüber hinaus legten die Beamten ein Augenmerk auch auf die Verkehrssicherheit. Dabei wurden fünf Radfahrer und ein Autofahrer deutlich alkoholisiert angehalten. Nachdem der Fahrer eines Pkws mit über 1,1 Promille alkoholisiert war, wurde sein Führerschein sichergestellt. Die Radfahrer waren mit von 1,66 bis 1,94 Promille erheblich alkoholisiert und fuhren allesamt in deutlichen Schlangenlinien.


Nothalt - Zug muss warten

Zudem mussten die Einsatzkräfte gegen 0:30 Uhr die Bundespolizei am Bahnhof unterstützten. Ein bislang unbekannter Fahrgast hatte in der S-Bahn nach Nürnberg die Notentriegelung ausgelöst, so dass der Zug nicht weiterfahren konnte. Insgesamt mussten rund 800 Fahrgäste auf den nächsten Zug warten und umsteigen, so dass sich zeitweise ca. 2.500 Personen, welche in der überwiegenden Anzahl deutlich alkoholisiert waren, am Bahnhof aufhielten. Durch Absperrungen der Zugänge zu den Bahngleisen sowie Streifentätigkeiten im Bereich der Gleise konnte die Situation entschärft werden, so dass die Wartenden bis gegen 1:30 Uhr mit den von der Bahn eingesetzten Sonderzügen ihren Weg in Richtung Nürnberg fortsetzen konnten.