Wie wichtig Smartphones auf dem Berg geworden sind, sei es für Selfie-Fotos oder Gezwitscher in den sozialen Medien, sieht man an der neusten Einrichtung der Bergkerwa. Heuer zum ersten Mal gibt es eine Garderobe. Im "Bergsafe" kann man nicht nur Jacken und Gepäck abgeben, sondern auch seinen leeren Akku aufladen lassen.
"An starken Tagen sind alle Plätze voll", sagt Patrick Siegler, der die Idee für die Garderobe hatte. Er betreibt auch den Souvenirstand nebenan. Für den "Bergsafe" hat er die Garage von den Anwohnern gemietet. Es ist gerade 22 Uhr und es ist etwas kühl draußen, weshalb die Jacken anscheinend lieber am Körper getragen werden. Die meisten der insegsamt 700 Kleiderbügel sind leer. Etliche Taschen liegen auf den Bierbänken, die aufeinandergestellt das Regal ergeben.

"Kann ich die hier abgeben", hört man durch das kleine Guckfenster (ein Relikt des Geldautomatens, der hier bisher war). Max ist gerade aus Dortmund angekommen und will seine wuchtige Reisetasche abgeben. Dass es den Bergsafe gibt, habe er nicht gewusst. Ansonsten hätte er sein Gepäck wohl mit ins Getümmel nehmen müssen. Jetzt bekommt er ein nummeriertes Bändchen für die Abholung ans Handgelenk.

24 Ladeplätze für Handys
Für die Aufbewahrung einer Tasche zahlt man 4 Euro. Eine Zeitbeschränkung gibt es nicht. Aber das Konzept sieht vor, dass am Abend wieder alles geholt wird. "Wir werden auch nächstes Jahr wieder einen Bergsafe machen. Die Resonanz ist groß", sagt Siegler. Neben den Gepäckstücken werde das Laden von Akkus besonders gut nachgefragt. 24 Handyladeplätze gibt es. Vorrätig sind die gängigsten Ladekabel.

"Ich hoffe, ich kriege mein iPhone wieder", sagt Costa aus Nürnberg scherzhaft durch die Luke. Der 18-Jährige will sein Handy abholen. Er hatte viele Nachrichten geschrieben und viel fotografiert. Einmal Laden kostet 2,50 Euro. Siegler wirbt mit einer Versicherung. Die Stücke, die abgegeben werden, seien alle auf Verlust und Beschädigung versichert.

Kurios: Leerkasten und eine Sau
Auch Kurioses wurde schon abgegeben. Neulich habe ein leerer Bierkasten im Guckloch geklappert, sagt Siegler. Die Securities hatten den Männern das Mitnehmen aufs Festgelände untersagt. Ein Junggesellenabschied brachte ein Schwein. "Das war ein 1,20 Meter großes Schwein aus Styropor", sagt Siegler lachend. Was die Jungs damit wollten, wisse er nicht. Aber sie hätten ihre Sau nachts brav wieder abgeholt.