Spätestens, als die jungen Leute aus den einzelnen Ausbildungswerken auf die Bühne kamen und ihrer Chefin Rosen und Geschenke überreichten, versehen mit einem ebenso dankbaren wie auch meist flotten Spruch, spätestens dann war auch Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann gerührt. "Herr Minister, das ist Familie", rief die Gesellschafterin der Schaeffler-Gruppe mit Blickrichtung auf die versammelten Politiker mit Joachim Herrmann (CSU) an der Spitze.

Der bayerische Innenminister war einer der Politiker und Bürgermeister, die sich zum Schaeffler-Azubitreffen versammelten. Er hatte das Herzogenauracher Unternehmen zuvor gelobt, für die Treue zur Region und dafür, dass man mit diesem aufwändig organisierten internationalen Treffen auch ein deutliches Zeichen für den Standort setze.

Und trotz des Stelldicheins von Politikern aus Bund und Land - auch Staatssekretär Stefan Müller (CSU) war gekommen - galt das Augenmerk natürlich den jungen Menschen in Reihen der Schaeffler-Familie. Die Mitarbeiter nannte Herrmann "einen der größten Reichtümer des Unternehmens".

Die Firmenchefin selbst nahm gern das Bad in der Menge, für ein Gruppenfoto mit allen 1100 Auszubildenden, die mit ihren rund hundert Betreuern gekommen waren. Und bedankte sich mit Küsschen für die Geschenke der Azubis, und deren kurzen Worte, die alle artig und höflich waren, aber nicht weniger spontan. Das "herzliche Servus aus Österreich" eines jungen Mannes aus dem dortigen Werk, die plötzliche Umarmung einer Auszubildenden oder auch das großformatige Bild mit den Porträts der Azubis - all das waren Zeichen der Verbundenheit der Schaeffler-Familie mit ihrer Chefin.

Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann bekräftigte in ihrer Rede vor den Auszubildenden aus aller Welt die große Bedeutung, die die Ausbildung für die Schaeffler-Gruppe habe. Fast 3000 junge Menschen werden rund um den Globus ausgebildet, etwa 1500 davon in Deutschland. Der hohe Standard und auch das Modell der dualen Ausbildung seien international eine Orientierung für andere.

Freundschaften schließen

Das internationale Azubitreffen, das fortan alle drei Jahre stattfinden soll, bezeichnete die Gesellschafterin und Witwe des Unternehmensgründers Georg Schaeffler als eine besondere Gelegenheit für die Auszubildenden, Erfahrungen mit anderen jungen Menschen aus anderen Werken auszutauschen. Es sei wichtig, auch "Freundschaften zu schließen, die über die Länder hinaus gehen."

Dazu hatten die Teilnehmer reichlich Gelegenheit, sowohl beim sportlichen Auftakt am Mittwoch (der FT berichtete) und bei der gemeinsamen Party gestern Abend als auch beim informellen Teil des Treffens. Dazu zählten Workshops zum Thema "Fit for tomorrow - bereit für die Schaeffler-Welt von morgen". Zuvor hatten die Vertreter der einzelnen Werke Infostände über ihren Standort vorbereitet.

In der offiziellen Veranstaltung stellte Personal-Vorstand Kurt Mirlach den jungen Leuten die Aufgaben der Zukunft vor und lobte, gewissermaßen als Vorbild, den Ausbildungsleiter Bernhard Schwab. Der habe 1967, also vor 48 Jahren, seine Ausbildung bei Schaeffler begonnen. Und Betriebsratsvorsitzender Thomas Mölkner, selbst schon seit 36 Jahren dabei, hatte eine Erklärung für den Begriff für Ina: Immer neue Aufgaben.

Untergebracht wurden die Teilnehmer in den Sporthallen mehrerer Schulen. Gut tausend junge Menschen da unterzubringen, schon das war eine logistische Meisterleistung, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung feststellte. Nebenbei galt es, ein Auge darauf zu werfen, dass die Jugendlichen keinen Unsinn anstellten. Aber was sollte schon passieren, scherzte ein Azubi aus Herzogenaurach. "Es brannte doch die ganze Nacht das Licht."