Mit einem Konzert mit hochkarätigen Musikern in der Christuskirche beschenkte der Förderkreis pro musica die Zuhörer und sich selbst zu seinem 30. Geburtstag. Es standen ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach auf dem Programm.

Mit der Aria Nr. 1 für Solo-Sopran aus der Kantate "Liebster Jesu, mein Verlangen" stellte sich Sopranistin Franziska Bobe musikalisch vor. Man spürte in ihrer Stimme die Sehnsucht nach Jesus, und Sehnsucht gestaltet Bach auch in den weit ausschwingenden Melodiebögen der Singstimme im Dialog mit der Oboe.

"Eine natürliche, klare, wunderbare, ausdrucksstarke Stimme", schwärmten viele Konzertbesucher am Ende von Franziska Bobe. Die Sopranistin, die jetzt in Großenseebach wohnt, belegte nach dem Abitur an der Hochschule für Musik in Würzburg das Fach Schulmusik und anschließend studierte sie Gesang. Nach Abschluss des Studiums 2011 trat sie als Solistin bei Aufführungen zahlreicher Werke aus verschiedenen Stilepochen auf.
Mit dem Bass Christian Huber sang sie sich im Duett in die Seele der Zuhörer. Der Nürnberger Christian Huber nahm bereits mit 14 Jahren Gesangsunterricht. Im Anschluss an das Abitur schlug er den künstlerischen Diplomstudienlehrgang ein und studierte auch Musikpädagogik. Nach seinem Diplom im Juli 2012 führte er sein Studium in Nürnberg mit dem Schwerpunkt Musiktheater fort und beendete dieses im Sommer 2014 mit großem Erfolg.


Über Gnade und Erlösung

Die Kantate "Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir" ist eine der ältesten von Bach. Sie ist ganz auf Hoffnung, Gnade und Erlösung angelegt. Es gibt keine Arien und Rezitative, nur einige Soli für Bass und Tenor. Tilman Kögel (Tenor) ist in Höchstadt kein Unbekannter. Sein Vater war von 1972 bis 1985 Pfarrer in der Christuskirche. In seiner Zeit am Gymnasium sang er beim musikalischen Leiter von pro musica, Klaus-Dieter Stolper, im Chor. In der zehnten Klasse wechselte er zu den Windsbachern. Er studierte an der Musikhochschule in Saarbrücken und am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Inzwischen lebt er in der Nähe von Aachen.

Der Chor "Coro pro musica", eigentlich von der Größe her ein Kammerchor, zeigte eine großartige, beeindruckende Leistung. Alle Sänger sind Chorprofis, haben sich zu diesem Projekt unter der Leitung von Klaus-Dieter Stolper zusammengefunden und innerhalb kurzer Zeit Erstaunliches geleistet. In der Kantate "Ich bin vergnügt in meinem Glücke" für Solo-Sopran erlebte man noch einmal die wundervolle Stimme von Franziska Bobe. Diese Kantate lässt keinen Zweifel am Glück des Teilens: "Mir genüget, weil es mein Gott füget ... " ist die Kernaussage des Schlusschorals.

Das ebenfalls professionelle Ensemble aus Oboen und Streichern "Instrumentalkreis pro musica" - alles Musiker aus der Region, an der Orgel Gabriel Konjaev sowie Klaus Dieter Stolper am Dirigentenpult sorgten zusammen mit dem "Coro pro musica" für ein beeindruckendes Klangerlebnis.

Mit dem strahlenden "Gloria sei dir gesungen" der Kantate "Wachet auf ruft uns die Stimme" endete das musikalische Geburtstagskonzert, und stehender Applaus in der voll besetzten Kirche belohnte alle Mitwirkenden.