Auch wenn man in den vergangenen Monaten von außen nichts wahrgenommen hat, im Inneren der Höchstadter Traditionskneipe Töpfla hat sich viel getan. Die Voruntersuchungen für die aufwendige Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks sind fast abgeschlossen.

Heuer im Herbst sollen die Arbeiten anlaufen, bereits ein Jahr später will die neue Eigentümerin Mirjam Wellein das erste Bier aus der neuen Schankanlage zapfen.

Die Freunde dieser traditionsreichen Höchstadter Schankwirtschaft dürfen sich freuen. "Es soll wieder eine schöne gemütliche Kneipe werden, keine Bierhalle", ist Wellein voller Zuversicht. Und die scheint berechtigt. An dem Denkmal wurde von Experten eine Bestandserhebung durchgeführt. Die 26 000-Euro-Aktion finanzierten zu je einem Drittel die Bauherrin, der Denkmalschutz und die Städtebauförderung.

1723 erbaut

Nach dendrochronologischen Untersuchungen weiß man jetzt, dass die Holzbalken für das Haus 1722 geschlagen wurden. Ein Jahr später wurde es gebaut. Die Erbauer zählten offensichtlich nicht zu den ärmsten Höchstadtern. Die Pracht des einst als 1000-Gulden-Palast beschriebenen Hauses ist heute noch in den hohen, mit Stuckdecken verzierten Räumen zu spüren.

Der erste kleinere Umbau fand zwischen 1830 und 1840 statt. Der Biedermeier-Stil zog ein, was heute noch an den alten Fenstern deutlich wird. Die will der Höchstadter Architekt Georg Leyh soweit es geht erhalten. Unter seiner Regie wird in den kommenden Monaten die Sanierung durchgezogen.

In seinen ersten zehn bis 15 Jahren war das Haus eine Bäckerei, worauf auch noch der alte Name Petersbeck hindeutet. Das ehemalige Kellerhäuschen des Bäckers am Kellerberg nutzen heute Stadt und Kellerbergverein. Damit es zu keinen Verwechslungen kommt, will Wellein den Schriftzug Töpfla ans Haus malen lassen. Seit der Bäcker ausgezogen war, wird das Haus als Schankwirtschaft genutzt. So soll es auch nach der Sanierung weiter gehen.

Architekt Leyh freut sich über die Ergebnisse der Voruntersuchungen: "Die Substanz ist gut, die Schäden sind überschaubar." Dachstuhl, Holzboden und der Treppenaufgang sind noch im Originalzustand und haben die jahrhundertelange Nutzung gut überstanden. Soweit wie irgendwie möglich, will Leyh mit Unterstützung der Denkmalschutzbehörde alles erhalten. "Die Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz ist bisher gut gelaufen", lobt Bauherrin Wellein. Sie hat vor, neben der Schankwirtschaft im Erdgeschoss im oberen Stock eine Ferienwohnung einzurichten.

Mit Biergarten

Von außen werde sich das Haus nicht viel verändern, kündigt Georg Leyh an. Die Fenster bekommen Läden, am Eck wird die Muttergottes-Figur wieder angebracht. Noch nicht endgültig geklärt sei, ob das Töpfla wieder verputzt, oder das Fachwerk freigelegt wird. Fest steht allerdings schon, dass neben den 40 Plätzen in dem um die Küche erweiterten Gastraum auch ein Biergarten angelegt wird. Die Nebengebäude werden ausgebaut, für die Toiletten ist ein neuer Anbau geplant.

Die Gesamtkosten schätzen Bauherrin und Architekt auf jeden Fall auf über 500 000 Euro.