Ein Wochenende lang wurde das Gelände der Musikinitiative Herzogenaurach (MIH) wieder zum Festivalort für Musikfreunde aus Nah und Fern. Von Freitag bis Sonntag stieg auf der Music Base das Baserock Festival 2014. Zehn Bands und ein DJ präsentierten an drei Tagen ihr Können. Angesprochen wurde damit ein bunt gemischtes Publikum aller Altersstufen.

Ein lautes Wummern hört man, wenn man am Sonntagvormittag das Gelände der Musikinitiative in Herzogenaurach betritt. Bis man um den Gebäudekomplex herumkommt und aus den Klängen feinste Countrymusik von den "Long Riders" wird und man plötzlich bester Laune ist.

Die "Long Riders" spielen County aus Leidenschaft, und das hört ein jeder. Neben Klassikern haben sie unter anderem auch New Country von den Eagles dabei und verleihen ihrer Musik eine unverwechselbare Dynamik. Kein Wunder, dass vor der Bühne mehrere Frauen zusammen das Tanzbein schwingen - Line-Dance ist angesagt. Andere sitzen auf den Biergarnituren und genießen beim Frühschoppen ihre Weißwürste.

Das Festival, das nun zum fünften Mal auf dem Gelände der MIH auf der Nutzung stattfand, war trotz vieler Konkurrenzveranstaltungen das ganze Wochenende über durchweg gut besucht. "Es waren immer stoßweiße richtig viele Leute da", erzählt Georg Ort am Sonntagmorgen zufrieden.

Besuch aus Polen

Am Freitagabend ging die Party los. Den Auftakt machte "Deine Mutter" zusammen mit "La Boum", vorangegangen war "Grateful Life". Dabei spielt "La Boum" nur was auch ohne Steckdose auf der Straße klingt. Auf der Website der MIH heißt es: "Aus Ska, Folk, Polka und Indie kochen La Boum einen blubbernden musikalischen Eintopf und servieren ihn heiß und scharf."

Damit hatte man nicht zu viel versprochen. Bereits beim Soundcheck gab es allen Grund zum schmunzeln und man konnte ahnen, was für eine Freude die sechs Musiker auf der Bühne haben würden.

Der Eintritt auf der Base war das ganze Wochenende kostenlos, jedoch war das alles keinesfalls umsonst. Ziel der MIH ist es laut Georg Ort, "Null auf null" raus zu kommen. Dass sich trotz der kühlen Temperaturen an beiden Abenden zu später Stunde immer noch zahlreiche Musikbegeisterte aufhalten, zeigt dass das Programm aufgeht.

Am Samstagabend hatte man mit "Mass Solitude" eine Band aus dem polnischen Partnerlandkreis Tarnowskie Gory. "Faded Glory" heizte mit Coverrock aus vergangenen Jahrzehnten ein, und "Coop" und die "52ers" waren etwas fürs junge Publikum.

Dabei spielten "Mass Solitude" progressives Metall. Gegründet hat sich die Band aus fünf Musikern im Jahr 2012. Die Band nimmt aktuell ihre erste CD auf und spielte in Herzogenaurach beim "Musicbase Festival" ihr erstes Auslands-Konzert. Gute Stimmung gab es bis zwei Uhr morgens, bis "DJ Global" seine Plattensammlung zusammenpackte und die letzten den Heimweg anzutreten, um am Sonntagmorgen wieder dabei zu sein. Die Besucherzahl schätzten Georg Ort und Rudi Bauerfeld mit mindestens 500 ein. Den Verkaufserlös aus Speisen und Getränken lässt man der Nachwuchsarbeit im Vereins zugute kommen. Das Jugendforum soll gefördert werden, also jungen Bands weiter eine Bühne geschaffen werden. Und nötige Investitionen in der Musik- und Lichtanlage stehen auch an.

Dazu trug am Sonntagmorgen auch die Ökofestinitiative ihren Teil bei. Die beiden grünen Stadträte Retta Müller-Schimmel und Thomas Simon sowie Gerhard Häfner überreichten einen Scheck über tauend Euro. Das Geld ist für die Erneuerung der Bühnenbeleuchtung gedacht. "Diese wird natürlich energiesparend, dem neusten Stand entsprechend, sein", freut sich Müller-Schimmel.