Vorlesestunden für Kinder gibt es in der Stadtbücherei schon seit längerer Zeit. Davon profitieren die Kinder ab etwa vier Jahren. Ihre kleinen Geschwister standen oder saßen derweil herum, beziehungsweise sie spielten, um sich die Zeit zu vertreiben. Denn das reine Vorlesen interessiert die Krabbelkinder noch nicht wirklich.

Besucher der Vorlesestunden sahen darin ein Potenzial, etwas zu verändern. "Uns wurde konkret und mehrfach der Wunsch vorgetragen, doch auch für die Jüngeren Vorlesestunden anzubieten", sagte Büchereileiterin Gabriele Lechner. Ihre Mitarbeiterin Susanne Peschke, seit Mai in der Bibliothek beschäftigt, nahm sich dessen an . Im Januar startet die Einrichtung nun ihre Aktion "Bücherbärchen". Diese versteht sich als Lese- und Sprachförderung und richtet sich gezielt an Krabbel- und Kleinkindern im Alter von 18 Monaten bis drei Jahren.

Wichtig ist dabei, dass man ein gewisses Ritual einhält. Etwas, das sich wiederholt und an dem sich die Kleinen orientieren können. So erklärt die Medienfachangestellte ihre Idee. Schon in Ingolstadt hat sie ehrenamtlich so ein Projekt betreut, auch engagiert sie sich in Kindergottesdiensten. Demnach soll der Einstieg immer der gleiche sein, und auch die Lieder sollen sich wiederholen. Ständig wiederkehrend ist dann auch das Maskottchen, der Plüschbär namens Balou. Also ein Name aus dem Dschungelbuch.

Das Programm startet am 15. Januar mit dem Buch "Alle meine Entchen". Es wird nicht nur vorgelesen, sondern der Inhalt altersgerecht umgesetzt. "Damit die Kleinsten das verstehen können", sagt Peschke. Das geschieht mit Singen und Spielen, und auch die Eltern oder Großeltern sollen da mit eingebunden werden.

Die 28-Jährige berichtet: "Kinder sind neugierig. Sie brauchen klare Bilder. Und sie wollen entdecken." Dabei müssten sie nicht alles kapieren, was da vorgelesen wird. "Es geht um die Freude an Büchern", sagt die Initiatorin. Das könne man dann mit einer gewissen Sprachförderung verbinden, beispielsweise über das Erkennen von Farben.

Freude an Büchern hat auch zweite Bürgermeisterin Renate Schroff. War sie doch lange Jahre Lehrerin an der Grundschule. Auf das gemeinsame Lesen mit ihrer Enkelin freue sie sich schon sehr. Die Kinder spielerisch an das Lesen heranzuführen, hält sie für eine tolle Idee. Und sie lobt "ihre" Bücherei: "Sie ist immer sehr kreativ und einfallsreich."

Die kleinen Teilnehmer erhalten übrigens auch ein Set zum Lesestart, das vom Bundesbildungsministerium bereitgestellt wird. Erst kürzlich wurden auch die Vorschulkinder in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im ehemaligen Praktikermarkt damit ausgestattet.



Die Aktion


Zeitpunkt Die Vorlesestunden finden jeden dritten Freitag im Monat außerhalb der Bücherei-Öffnungszeiten statt. Sie dauern etwa 30 Minuten und beginnen um 9.30 Uhr.

Anmeldung ist keine erforderlich, der Eintritt ist frei.

Termine 15. Januar: Alle meine Entchen, 19. Febrar: Ein Regentag im Zoo, 18. März: Die Eule mit der Beule und 15. April: Einer mehr.