Die Grundschüler aus Aurachtal und Oberreichenbach beschäftigten sich in den zurückliegenden Wochen mit dem Thema Wald und haben nun sogar einen Schulwald. Am zweiten Advent war Pflanztag, aber nicht etwa für Weihnachtsbäume - wie der Termin der Veranstaltung vielleicht vermuten ließe. Vielmehr wurden 550 Spitzahorne, 175 Douglasien sowie 100 Linden und Hainbuchen auf eine Freifläche im Wald gepflanzt.
"Das ist eine gute Idee, die Kinder übernehmen Verantwortung und lernen den Umgang mit Natur und Umwelt, ein Thema, das immer wichtiger wird", sagte dazu der Waldbesitzer Klaus Kaltenhäuser. "Wir haben zudem das Glück, dass das Schulamt uns für die AG Schulwald zwei Lehrerstunden zuweisen konnte", erklärte Schulleiter Alfred Sammetinger vor Beginn der Pflanzaktion.
Also machten sie sich gemeinsam mit ihren Forstpaten auf, um die gekennzeichnete Stelle für die Pflanzung ihrer Bäumchen zu finden. Dann wurde, wie zuvor kurz erklärt, mit dem Hohlspaten ein Loch ausgehoben, tief genug, um die Containerpflanzen sauber in den Waldboden betten zu können. Bei dem gefrorenen Boden kein leichtes Unterfangen, dazu waren Väter und Mütter gefragt. Liebevoll wurden die Bäumchen wieder mit Erde versorgt und festgedrückt.


Anregung aus einer Fortbildung

Auslöser der Aktion war eine Fortbildung, an der Lehrkraft Kerstin Schneider teilnahm. Die Idee eines "Schulwaldes" ließ die Lehrerin nicht mehr los, sie steckte damit ihre Kollegin Iris Wulff und nicht zuletzt das ganze Kollegium an. Mithilfe des Oberreichenbacher Bürgermeisters Klaus Hacker (FW) fanden sie mit Klaus Kaltenhäuser einen Waldbesitzer, der dafür ein Grundstück zur Verfügung stellte. Das heißt aber auch, dass die Arbeitsgemeinschaft Schulwald künftig den Waldbesitzer bei der Waldpflege unterstützen. Die Arbeit beginnt im Frühjahr mit der Kontrolle, ob die kleinen Bäume austreiben. Bei Bedarf wird nachgepflanzt, und bei den weiteren Arbeitseinsätzen muss darauf geachtet werden, dass die Bäumchen nicht von Gras und Unkraut überwuchert werden.


Rotarier spenden Ausrüstung

Über die künftigen Pflegemaßnahmen wurden Schüler und Eltern vom Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth, Peter Pröbstle, und der Försterin Heike Grumann aufgeklärt. Da für die Pflege auch Werkzeug und eine entsprechende Ausrüstung gebraucht werden, versorgte der Rotary-Club Herzogenaurach die AG Schulwald mit Scheren, Sägen und Handschuhen. Rotary-Präsident Wilhelm Griga übergab an die Schüler auch Bausätze für Nistkästen, die allerdings an den kleinen Bäumen noch nicht aufgehängt werden können, sondern an den Bäumen des Nachbargrundstückes.
Beim danebenliegenden Grundstück setzt Kaltenhäuser auf Naturverjüngung und er wird mit den Schülern beobachten, welche Jungpflanzen sich schneller entwickeln. "Die Kinder können damit einiges an Wissen mitnehmen, denn bei den Pflegemaßnahmen werden wir das Wachstum sehr genau beobachten", erklärte der Waldbesitzer.
Vorbereitet wurde die Aktion unter anderem von der im September gegründeten AG Schulwald. Die teilnehmenden Schüler waren einige Male vor Ort, räumten die Fläche und markierten die Standorte der künftigen Bäume mit Pflanzstäben.
Für die Verpflegung der "Waldarbeiter" war natürlich auch gesorgt: Am Lagerfeuer gab es Kinderpunsch und Glühwein, dazu schmeckten weihnachtliches Gebäck und Brezen. Für adventliche Stimmung sorgten schließlich Gitarrenklänge und Weihnachtsmärchen.