Es war "die Nacht der Nächte" auf dem Kellerberg, die nach Meinung vieler Besucher dem Höchstadter Altstadtfest kaum nachstand. Manch einer wird die einzigartige Atmosphäre der Kellerberg-Kerwa sogar noch etwas mehr genossen haben.

Auch im Aischgrund scheint es in diesem Jahr nie zu regnen - genauso wie die Band "Jump5" mit ihrem Song "It never rains in Southern California" gleich eingangs am Samstagabend hören ließ. In den herrlich lauen Sommernächten am Wochenende wurde bis in die Morgenstunden gefeiert, auch wenn die Bands auf den beiden Bühnen mit Rücksicht auf die Anwohner ihre Verstärker um Mitternacht abdrehen mussten.

Mit Hits und Popjuwelen sorgte Jump5 genau für das richtige Feeling. Band-Lokalmatador Michael Ulbrich holte Karsten Wiese, den Vorsitzenden des Kellerbergvereins, auf die Bühne, um ihm herzlich dafür zu danken, dass der Verein all dies möglich gemacht hat. Was Ulbrich seiner Band angekündigt hatte - "dies wird der schönste Abend des Jahres" - war nicht zu viel versprochen, selbst wenn für manchen Gast gerade nicht "Love in the air" lag.

Von Höchstadts "heiligem Berg" zu sprechen, wäre sicher anmaßend. Schließlich gibt es dort keine Kirche, ja nicht einmal eine Kapelle. Dennoch "pilgerten" am Samstagabend Scharen von Besuchern aus der Stadt und dem gesamten Umland auf den historischen Kellerberg. Vor allem in der engen "Hohlgasse", wo die Blaskapelle Zentbechhofen mit Stadtkapellmeister Gerhard Geuder für Unterhaltung sorgte, gab es mitunter kaum noch ein Durchkommen.

Vom Andrang überrascht

Nach einer umfassenden Sanierung präsentierte sich Höchstadts einmaliges Kellerensemble in völlig neuem Licht. Wer wollte, konnte sich an Ort und Stelle davon überzeugen. Nahezu alle Keller und Kellerhäuschen standen den Besuchern zur Besichtigung offen. Alle, wirklich alle, waren vom riesigen Besucherandrang überrascht. "Das hätten wir nicht zu träumen gewagt", war unisono von den Verantwortlichen des Kellerbergvereins zu hören.

Dessen Vereinsmitglieder waren sowohl in der Vorbereitung als auch beim Fest bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit im Einsatz. Der Post war das einmalige Ereignis sogar eine Sonderbriefmarke und einen Stempel wert. Der Briefmarkenverein hatte das Ganze initiiert und sorgte für den Verkauf.

Der Samstagvormittag ließ sich mit Weißwurstessen zunächst ruhig an. Wer wollte, durfte die nach historischem Vorbild restaurierte Kegelbahn ausprobieren.

Zu "historischen Sportspielen" hatte Axel Geier von der Kickbox-Abteilung des TSV alle Höchstadter Vereine eingeladen. Deren Mitgliedern war es entweder zu heiß oder sie hatten aufgrund der Eröffnung am Freitag noch Schlaf nachzuholen. Jedenfalls blieben die "starken Männer" des TSV weitgehend unter sich. Was dem Spaß jedoch keinen Abbruch tat.

Auch die Freundeskreise der Partnerstädte Castlebar und Krasnogorsk, die ein Kinderprogramm anboten, hatten anfangs nur wenig Zuspruch. Wohl wegen des Wetters, das die Kids lieber im Freibad genießen, meinte Dagmar Wennmacher.

Dann war da noch, was bei keiner fränkischen Kerwa fehlen darf: ein Kirchweihbaum. 15 Meter lang war nach Auskunft der Verantwortlichen die Fichte, die beim Kellerhaus "Friedrichshöhe" in die Senkrechte gebracht wurde. Das immer wieder gern gesehene Spektakel vollbrachte übrigens die Spielvereinigung Etzelskirchen, die unter dem musikalischen Beiwerk von Hans Häfner den Kerwasbaam in die Höhe stemmte.