Gegen die Stimmen der Grünen Christiane Kolbet und Norbert Maier sowie Friedrich Mümmler von den Freien Wählern wurde der Bebauungsplan mit integriertem Grünordnungsplan Nankendorf-West beschlossen.
Die Ablehnungen für den Bebauungsplan und damit die Erweiterung der ansässigen Scheßtechnik- Firma Gumbrecht war von vornherein klar, denn Kolbet, Maier und Mümmler waren bereits in den vorhergehenden Sitzungen dagegen.

Bürgermeister Heinrich Süß (BB) setzte das Ergebnis der öffentlichen Auslegung auf die Tagesordnung, und der Marktgemeinderat hatte sich mit den Stellungnahmen der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange sowie aus der Öffentlichkeit zu befassen. Von den Behörden und den Trägern öffentlicher Belange gingen meist nur noch Hinweise und Anregungen ein.

"Bezüglich der im Bebauungsplan dargestellten Bebauung bestehen keine Einwände", schrieb zum Beispiel das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Allerdings erhob das Amt Bedenken gegen die externe Ausgleichsfläche, da diese mit einer Ackerzahl von 47 eine im Landkreisvergleich hochwertige Ackerfläche mit weit überdurchschnittlichem Bodenwert darstelle und aus fachlicher Sicht abgelehnt werde.

Zudem sollen keine alternativen Flächen untersucht worden sein. Das wiesen die Planer zurück, so werde die Ausgleichfläche auf der Gemarkung Hammerbach mehrheitlich benötigt für eine vorgezogene Maßnahme, mit der letztendlich die ökologische Funktionalität für Kiebitz, Wiesenschafstelze und Feldlerche gesichert wird. Die drei Arten wurden bei der speziellen Artenschutzrechtlichen Prüfung nachgewiesen. Außerdem wurden weitere Flächen untersucht, aber als ungeeignet eingestuft, und eine Prüfung von Alternativen habe mehrfach stattgefunden.


Zustimmung von der HWK

Die Handwerkskammer und auch die Industrie- und Handelskammer begrüßen die Ausweisung des Gewerbegebiets, denn sie diene der Standortsicherheit des Unternehmens und komme dem Ziel "Arbeiten und Wohnen" entgegen.

Eine klare Ablehnung gab es vom Bund Naturschutz (Ortsgruppe Weisendorf-Seebachgrund), denn es finde trotz politischer Beteuerungen und Apelle weiter kein ressourceschonender Umgang mit Landschaftsflächen statt.

Ebenfalls eine klare Ablehnung und massive Bedenken gegen die Bauleitplanung gab es wiederum von den Rechtsanwälten in Vertretung der Familien Klinger. Ein städtebauliches Konzept sei nicht erkennbar, sondern vielmehr wurde eine "Gefälligkeitsplanung" vermutet, um einen Gewerbetreibenden die Nutzung von Außenbereichsflächen zu ermöglichen.

Es wird befürchtet, dass vom Betrieb starke Immissionen, zum Nachteil der direkt neben dem Gewerbegebiet liegenden Wohnbebauung ausgehen, dies habe nicht nur eine Beeinträchtigung der Lebensqualität zur Folge, sondern führe auch zu erheblicher Wertminderung der Immobilien.


Problematische Anbindung

Dazu komme die verkehrliche Anbindung an die ERH13 und der erforderliche Ausbau der Straße Brunnleite auf von 6,50 Meter plus Gehweg. Die Anwohner bezweifeln eine Untersuchung der Lärm- und Feinst aubbelastung und sehen eine erhebliche Verschärfung der Gefahrensituation durch zunehmenden gewerblichen Verkehr. Außerdem wird befürchtet, dass die Anlieger erneut zu Erschließungsbeiträgen herangezogen werden.

Norbert Maier von den Grünen bezweifelt, dass eine Straßenbreite von 6,50 Meter, und ein Gehweg von 1,50 Metenr überhaupt möglich seien. "Ich habe das nachmessen und habe andere Maße, misst GBI vielleicht mit einem anderen Maßstab?", fragte er.

Denn laut GBI, zuständig für die Erschließungsplanung, sei sowohl die Anbindung problemlos möglich als auch die beanstandete Entwässerung des Gewerbegrundstücks.