Ganz im Zeichen des Umbruchs stand die diesjährige Hauptversammlung der Wanderfreunde Höchstadt. Auf dem Lauberberg bei Sterpersdorf traf sich der Verein, um einen neuen Vorstand zu wählen. Aus ganz persönlichen Gründen entschied sich der bisherige Vorsitzende Hans Ehl nämlich dazu, sein Zepter nach vier Jahren an die nächste Generation weiterzugeben.

Zunächst blickte der Verein jedoch auf ein wahrlich bewegtes Jahr zurück. An stolzen 52 Wanderveranstaltungen hatten die Mitglieder immerhin teilgenommen und aufgrund hoher Teilnehmerzahlen so manchen Erfolg verbuchen können. Das diesjährige Highlight für alle Wanderfreunde stellte ein dreitägiger Ausflug der Gruppe nach Berchtesgaden mit einem Besuch der Landeshauptstadt München dar.

Die Unterstützung passt


Auch wenn der Verein im vergangenen Jahr insgesamt ein kleines Minus in der Kasse zu verbuchen hatte, sei vor allem auf die tatkräftige Unterstützung einer Mehrzahl der Mitglieder sowie auf die Hilfe bei großen Veranstaltungen stets Verlass gewesen, lobte Wanderwart Ottmar Völlner.

Dass diese Tradition des Miteinanders genauso weitergeführt wird, ist das Ziel von Andrea Leicht. Am Sonntag trat sie die Nachfolge von Hans Ehl an. Als neue Vorsitzende des Vereins hat sie sich zum Ziel gemacht, den Zusammenhalt der "Wanderfamilie" weiter zu stärken und vermehrt nach Vereinsnachwuchs Ausschau zu halten. "Wir haben genauso mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen wie viele andere Vereine auch", beklagte sich Hans Ehl, der zwar seinen Posten an der Spitze seiner rund 90 Wanderfreunde aufgegeben hat, als künftiger Schatzmeister im Vorstand aber trotzdem noch immer vertreten sein wird. So säßen zu viele Jugendliche vor dem PC oder der Spielekonsole und verlören so den wichtigen Bezug zur Natur.

Andrea Leicht hatte solche Probleme nie. Sie wurde in eine waschechte Wanderfamilie hineingeboren und erkundete die fränkische Gegend bereits mit 13 Jahren leidenschaftlich an der Seite ihrer Eltern und Großeltern. Seit 2003 ist sie im Vorstand der Wanderfreunde tätig und hat ihr Engagement bis heute nie zurückgeschraubt. "Als Zweiter Wanderwart hat Andrea schon in den letzten Jahren viel Verantwortung übernommen und mehr Arbeit geleistet, als sie eigentlich müsste", lobt Ehl seine Nachfolgerin, die er selbst für das Amt vorgeschlagen hatte.

Rechtzeitig übergeben


Die Niederlegung seines Amtes liegt eigenen Angaben zufolge in einer persönlichen Geschichte begründet. "Seit 1953 war ich als Gruppenmitglied in der Vertriebenenarbeit aktiv. Damals hatten wir einen so alten und traditionsorientierten Jugendleiter, dass ich mir geschworen hatte, meinen Posten selbst einmal zur rechten Zeit aufzugeben", erklärte Ehl, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte und deshalb nun glaubte, den idealen Zeitpunkt gefunden zu haben.

Die Neuwahlen stellten eigentlich nur eine Art Aufgabenverschiebung innerhalb des bisherigen Vorstandes dar. Als alter und neuer Wanderwart sowie gleichzeitig als Zweiter Vorsitzender der Wanderfreunde wird auch weiterhin Ottmar Völlner fungieren. Seine Stellvertretung übernimmt Elisabeth Pandel, als Schriftführerin bleibt Doris Jäger im Amt. Die Kassenprüfung wird von Alexander Schulz und Konrad Scheubel übernommen. "Eine echte Rangordnung gibt es bei uns ohnehin nicht. Wir sind ein tolles Team, bei dem jeder seinen Beitrag leistet", weiß Andrea Leicht.