Das gibt es noch: Freundschaften unter Fußballern, selbst wenn sie in die Jahre gekommen sind. Beispiel gefällig? Da fuhren jüngst zwölf Fußballer der AH-Mannschaft des 1. Fußballclubs Herzogenaurach gemeinsam auf eine Hütte in die Nordtiroler Berge. Nichts Besonderes? Aber wenn das zum 40. Mal der Fall war, so ist das schon eine Notiz wert.

Das Ganze begann 1977, als der FC noch eine schlagkräftige AH-Truppe hatte, die weit über die Landkreisgrenze hinaus fast unschlagbar war. Namen wie Fritz Nahr, Sepp Galster, Wolfgang Wirth, Norbert Ortegel oder Günter Graf kannte in der Stadt jeder Fußball Interessierte. Man kickte - und gewann - damals gegen namhafte Gegner wie Bayern Hof, 08 Bamberg, die Spvgg. Fürth und man fuhr bis Sulzfeld oder Heidelberg und trat die Reise in die Partnerstadt Wolfsberg und zweimal sogar nach Nova Gradiska an.


Wolfgang Wirth geehrt

Und dann kam die Idee auf mit der Berghütte, gelegen auf etwa 1350 Meter Höhe im Raum Landeck im Schatten der Arlberggruppe. Mit Skepsis nahmen zunächst nur sieben Aktive das Angebot an und als sich herumgesprochen hatte, wie zünftig das Ganze war, folgten in den nächsten Jahren weitere Aktive um den damaligen Spielleiter, die AH-Legende Franz Limmer. "Zu Hochzeiten waren wir sogar einmal 15 Mann", erinnert sich Wolfgang Wirth, der in diesem Jahr für 40 Teilnahmen geehrt wurde.


Im Tiroler Fernsehen

Im Laufe der Jahre kamen weitere ehemalige Aktive dazu, wie Ditti Walz und Jürgen Hoffmann, die Brüder Dieter und Rudi Kolb oder die Bergsteigerlegende Sepp Polster. Zweimal trat man gegen die einheimische Elf vom FC Grins an und verband so Fußball-Leidenschaft und Bergkameradschaft. Als man zur Sportplatzeinweihung vor Ort weilte, berichtete sogar das Tiroler Fernsehen über diese Partnerschaft.

Mit einem gemütlichen Beisammensein und einem gemeinsamen Essen vertiefte man die Kameradschaft in diesem Jahr. Wer aber glaubt, dass in den 40 Jahren nur gefeiert und zweimal gekickt wurde, der irrt. Immer standen auch alpine Touren zu Tiroler Alpenvereinshütten auf dem Ausflugsprogramm: Leutkircher und Kaiserjoch Hütte, Wiesbadener und Ascher sowie Augsburger Hütte, alles Alpenvereinshütten über 2200 Metern gelegen oder die Aifner Spitz mit über 2500 Metern wurden im letzten Jahr bezwungen.

Und nach all den Touren gab es wie früher bei den Spielen immer eine dritte Halbzeit in Form von zünftigen Hüttenabenden und intensiven und langen Kartelrunden.

Wichtig war es natürlich auch, das "logistische Problem" zu lösen, sprich es musste für die ganze Truppe genügend Essen und Trinken eingekauft werden, schließlich war man ja Selbstversorger. Vom Teebeutel über den Kaffeefilter, die Bratwürste, frisch und geräuchert, Kartoffeln und Gemüse, frisches Fleisch oder fertige Braten und natürlich an Bier und Wein - an alles musste gedacht werden, schließlich ist der kleine Ort Grins eine knappe Fußstunde entfernt. Und das Schöne ist und war: Wenn es ans Kochen ging, halfen alle zusammen und diejenigen, die sich wegen zweier linker Daumen ausklammerten, durften sich beim Abwasch austoben.


Sonnenbad als Lohn

Und wer den Bergen so treu geblieben ist, hat auch das entsprechende Wetter verdient: Kein Wölkchen trübte diesmal den blauen Tiroler Himmel und einige FCler verlockte die Oktobersonne zu einem Sonnenbad.