Eines wollte Wachenroths Bürgermeister Friedrich Gleitsmann (CSU) am Donnerstag auch nach der Niederlage vor dem Bundesverwaltungsgericht betonen: Seine Gemeinde ist nicht gegen den sechsspurigen Ausbau der A3, sondern nur gegen den Landverbrauch, den die von der Autobahndirektion Nordbayern geplanten Lärmschutzwälle mit sich bringen.

Wachenroth hatte zusammen mit Mühlhausen gegen den Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Mittelfranken für den A3-Ausbau zwischen den Anschlussstellen Schlüsselfeld und Höchstadt-Nord Klage eingereicht. Diese wurde in Leipzig abgewiesen.

Die Gemeinde Wachenroth störte sich vor allem an der Lärmschutz-Planung auf ihrem Gebiet. Statt der vom Bauherrn vorgesehenen Erdwälle würde man sich lieber mit Lärmschutzwänden schützen. Durch die etwa 30 Meter breiten Wälle aus Erdreich würde viel zu viel Land verbraucht, argumentiert Bürgermeister Gleitsmann. Zudem habe er auch Zweifel, ob ein Lärmschutzwall wirklich günstiger ist als der Bau einer Wand.

"Wir wollten uns mit der Klage auch vor unsere Landwirte stellen", sagte der Bürgermeister gestern nach der Verhandlung, zu der er mit seinem Bauamtsleiter nach Leipzig gereist war. Wenn von den ohnehin nicht großen Feldern noch ein solcher Teil dem Lärmschutz geopfert werden müsse, bleibe für manchen Landwirt nicht mehr viel übrig.

Gleitsmann hat in der Verhandlung auch gelernt. So sei es in einem solchen Fall nicht optimal, wenn eine Kommune vors Gericht zieht, die in dem betroffenen Gebiet keine Grundstücke hat. "Sinnvoller wäre es, wenn die Eigentümer der Äcker klagen würden", sagte er dem FT.

Mit der Entscheidung in Leipzig sei der Fall für ihn erledigt. Jetzt weiter den Rechtsweg auf europäischer Ebene einzuschlagen, mache wenig Sinn. Wichtig sei es aber schon mal gewesen, dass das Bundesverwaltungsgericht die Klage von Wachenroth überhaupt anerkannt hat.

Gescheitert ist auch die Gemeinde Mühlhausen, die beim sechsspurigen Ausbau für den Bereich Schirnsdorf einen effektiveren Lärmschutz gefordert hatte. Das Gericht stellte fest, dass die Grenzwerte, die für die in den Bebauungs- und Flächennutzungsplänen der Kläger festgesetzten Gebietsarten gelten, nicht überschritten werden.

Das Übel liegt darin, dass der kleine Mühlhausener Ortsteil Schirnsdorf nicht als reines Wohngebiet, sondern als Dorfgebiet eingestuft wird, in dem ein höherer Lärmpegel zulässig ist. Dadurch seien auch die Lärmschutzauflagen beim A3-Ausbau nicht so streng.